Der langfährige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch ist heute in einem Krankenhaus in Barcelona verstorben. Der Spanier wurde gestern wegen akuter Herzprobleme in die Intensivstation des Quirón-Krankenhauses aufgenommen.
Samaranch gehörte zu den herausragenden Sportfunktionären des letzten Jahrhunderts. Er wurde am 17. Juli 1920 in BArcelona geboren und stammte aus einer wohlhabenden Familie, die ihr Geld in der Textilindustrie verdiente. Er war Mitglied von Francos faschistischer Partei Movimiento Nacional.
Sportlich aktiv war Samaranch im Eiskunstlauf und Rollhockey. In letzterer Sortart schaffte er es immerhin bis zum Nationaltorwart. 1951 und 1954 war der Katalane für Organisation und Finanzierung der Rollhockey-Weltmeisterschaften in seiner Heimatstadt verantwortlich. Ab 1955 bekleidete Juan Antonio Samaranch verschiedene regionale sportpolitische Ämter. Unter Franco war er ab 1966 Staatssekretär für Sport und ab 1973 Präsident des katalanischen Regionalparlamentes. 1977 war er einige Monate spanischer Botschafter in Moskau.
Der olympischen Bewegung war Juan Antonio Samaranch ab 1954 verbunden. in diesem Jahr wurde er Mitglied des spanischen Nationalen Olympischen Kommitees. Zwischen 1956 und 1964 war er Chef de Mission der spanischen Olympiamannschaft und wurde 1966 Mitglied des Internationalen Olympischen Kommitees, dessen Präsident er von 1980 bis 2001 war. In diese Zeit fiel unter anderem die Öffnung der Olympischen Spiele für Berufssportler. Auch die Paralympics und die Kommerzialisierung sind mit Samaranchs Präsidentschaft verbunden.
Juan Antonio Samaranch war seit 2000 verwittwet und hinterlässt zwei Kinder.
Foto: Juan Antonio Samaranch bei der Lewichtathletik-WM in Osaka (2007/Autor: Eckhard Pecher)
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