Ein unwürdiges Ende eines hochemotionalen Spiels fand die Partie FC St. Pauli - FC Schalke 04. Für die Männer am Millerntor ging es um viel. Die Mannschaft verlor die letzten fünf Spiele und ist in akuter Abstiegsgefahr. Der FC Schalke 04 möchte eine ziemlich verkorkste Bundesligasaison halbwegs ordentlich zu Ende bringen. Für die Königsblaunen begann die Partie nicht gut. Schon in der 7. Minute musste Ralf Rangnick bei seinem Comeback auf der Schalker Bank wechseln. Gavranovic verletzte sich bei einem Zweikampf und musste vom Platz. Für den Schweizer kam Edu. Es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem die Gäste mit der Zeit die besseren Chancen hatten. So traf Raul in der 26. Minute nicht unverdient zum 0:1. Danach brach das Spiel der Hamburger zusammen. Erst nach der Pause übernehmen die Gastgeber die Initiative, aber große Chancen entstehen nicht. Mitte der 2. Halbzeit nehmen die Schalker wieder mehr am Spiel teil und waren prompt erfolgreich: Draxler beendete die Hamburger Drangphase und sorgte für die Vorentscheidung (66.). Direkt vor diesem Tor verwehrte Schiedsrichter Aytekin den Hamburgern einen Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung. Und das Schicksal sollte es noch härter mit den Kiez-Kickern meinen: Nur zwei Minuten später sah Kalla keine andere Chance, als Farfan an einer Chance per Foul zu hindern. Schiri Aytekin zeigte zu Recht Gelb-Rot. Die Gastgeber gaben sich nicht auf, kämpften weiter um eine Resultatsverbesserung, die Schalker sind bei Kontern gefährlich. Aber der nächste Schlag für die Kiezkicker folgt in der 78. Minute: Bartels senst Farfan um und Schiri Aytekin zeigt kein Erbarmen: Rot. Das Spiel war endgültig entschieden. Drei Minuten vor dem Abpfiff hatte ein Fan genug gesehen und warf einen vollen Bierbecher Richtung Assistent Thorsten Schiffner und traf. Schiedsrichter Aytekin entschied sich, die Partie abzubrechen.
Dies mag der eine oder andere überzogen finden, aber Aytekin handelte damit genau nach den Regeln. Für den FC St. Pauli ist dieses Ende eine Katastrophe. Neben den verlorenen Punkten dürften den FC St. Pauli weitere Hypotheken für den Abstiegskampf erwarten. Angesichts der Tabellensituation wird die zu erwartende Geldstrafe das kleinste Problem sein. Die letzten beiden Heimspiele der Saison (das Nordderby gegen Werder Bremen und gegen Rekordmeister Bayern München) werden wohl vor leeren Rängen stattfinden. Hier entgehen dem Verein wichtige Einnahmen und die Unterstützung des eigentlich phantastischen Publikums. Schade, ein Blödmann sorgt für den Saison-Tiefpunkt beim FC St. Pauli und alle werden dafür büßen müssen.
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