Dienstag, 24. Mai 2011

3. Liga: Babelsberg 03 kämpft ums Überleben / RW Ahlen in Insolvenz / so ist´s beim Rest

Der der SV Babelsberg 03 die Lizenz für die neue Saison in der 3. Liga bekommt ist eher unwahrscheinlich. Vereinspräsident Rainer Speer unterrichtete den Vorstand, dass man den notwendigen Etat für eine weitere Drittligasaison nicht zusammenbekommen habe. Schuld sei der Rückzug einiger Sponsoren, die sich nach zahlreichen Berichten über Affairen im Umfeld des Vereins nicht mehr engagieren wollten.
Gestern trat als Höhepunkt der Krise bein den Randpotsdamern der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Peter Paffhausen von seinem Amt zurück.
Auch der angedachte Einbau einer Rasenheizung im Karl-Liebknecht-Stadion, in dem auch der Frauen-Bundesliga-Meister Turbine Potsdam zu Hause ist, ist nicht finanzierbar. Derzeit scheint es nicht einmal sicher, ob der SV Babelsberg 03 eine erneute Insolvenz und eine damit wahrscheinliche Auflösung des Vereins verhindern kann.

Die Babelsberger sind aber bei Weitem nicht der einzige Verein, der die 3. Liga finanziell nicht stemmen kann. Immer deutlicher wird, dass die Klubs für diese Mammutliga (20 Klubs bedeuten 19 teilweise sehr lange Reisen) finanziell ungenügend ausgestattet sind. Dies liegt nicht nur an den geringen Einnahmen durch Sponsoren, sondern nicht zuletzt daran, dass die Vereine kaum Einnahmen aus den TV-Übertragnungen erhalten. Nächste Saison werden die Zuwendungen des DFB sogar weiter reduziert.

Ebenfalls aus der 3. Liga abgestiegen ist Rot Weiß Ahlen. Über den Verein wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Derzeit bemüht sich der Insolvenzverwalter Sponsoren zu finden, durch die eine Teilnahme an der Regionalliga möglich wird.

Weiter zittern muss auch die SG Dynamo Dresden. Für die Dresdner geht es heute Abend in Osnabrück wohl mehr als um den Aufstieg. Ein Scheitern der Dresdner könnte das Aus für Profifußball in der Elbestadt auf Jahre bedeuten. Dynamo muss dem DFB für die 3. Liga rund 2 Millionen Euro Liquidität nachweisen. Ob die Stadt wieder als verlässlicher Bürge auftritt? Dynamo hält sich mit öffentlich zugänglichen Informationen im Vergleich zu anderen Vereinen eher bedeckt.

Auch der FC Carl Zeiss Jena kämpft noch um die Erfüllung von Lizenzauflagen. Der Verin muss Sicherheiten von 1,2 Millionen Euro nachweisen. Es sieht wohl ganz gut aus, aber auch an der Saale wird man die Tage bis zum 1. Juni noch intensiv nutzen müssen, um ein weiteres Jahr 3. Liga spielen zu können. Trotzdem, bei den Thüringern ist Aufbruchstimmung angesagt, seit Rainer Zipfel wieder Präsident ist. Sponsoren, die sich zuletzt nicht mehr so spendierfreudig zeigten, öffnen wieder ihre Schatulle. Und wer weiß, vielleicht kommt einer wieder, den die Jenaer Fans noch in bester Erinnerung haben. Der verhandelt derzeit mit dem Verein und wäre ablösefrei zu haben.

Aber nicht nur Ostvereine haben wirtschaftliche Probleme. Die Spielvereinigung Unterhaching sucht nach einem neuen Hauptsponsor. Aber auch darüber hinaus fehlt noch Geld, um die neue Saison bestreiten zu können.

Zweitligaabsteiger Arminia Bielefeld ist laut Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier auf einem guten Weg. Derzeit verhandelt man mit den Fans über eine Fannleihe, die am 31. Mai fällig wird. Man hofft nun, dass die Zeichner alle für ein weiteres Jahr "am Ball" bleiben.

Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Oberhausen hat laut Vorstandsvorsitzendem Hajo Sommers die nötigen Mittel für die Lizenzerteilung zusammen. Aber auch in Oberhausen gilt: Man benötigt weitere finanzielle Mittel um besonders auch den hohen Standard im Nachwuchsbereich halten zu können.

Richtig gut scheint es da dem SV Sandhausen zu gehen. Da ist augenblicklich die komplette Geschäftsstelle im Urlaub.

Auch dem VfR Aalen geht es gut. Der Verein hat sich die Dienste von Marco Calamita (bisher Eintracht Braunschweig) gesichert. Am 30. Mai meldet sich die Geschäftsstelle gleich für 3 Wochen in den Urlaub ab.

Sicher ist also: Wacker Burghausen muss nicht absteigen. Die Werder- und Bayern-Talente dürfen noch hoffen.

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