Die Freauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland geht ohne die Gastgeberinnen weiter. Warum, dazu etwas später. Zunächst einmal etwas allgemeines. Die Spitze im Frauenfußball ist viel enger zusammengerückt. Es gibt nicht mehr nur zwei oder drei Topteams. Jede Mannschaft, die im Viertelfinale steht, hat in der Vorrunde beeindruckende Leistungen gebracht. Eine der großen Überraschungen war sicher Frankreich. Die Mannschaft von Trainer Bruno Bini spielte die Engländerinnen schwindlig, versäumte es aber ein Tor zu schießen. Das machten dann die Engländerinnen in der 59. Minute. Jill Scott traf zur überraschenden Führung der Damen von der Insel. 11:3 Torschüsse, 16:7 Ecken standen auf der habenseite der Französinnen, aber der Ausgleich wollte vor 26.395 Zuschauern einfach nicht fallen - bis zur 88. Minute, da erlöste Elise Bussaglia Frankreich. In der Verlängerung fiel kein Tor. So musste das Elfmeterschießen entscheiden. Das begann alles andere als gut für die Französinnen. Während Kelly Smith verwandelte, schweiterte Camille Abily an Karen Bardsley. Den 4. Schuss für England verschoss dann Claire Rafferty, während Sonia Bompastor verwandelte. Der Ausgleich (4:4). Danach schoss Faye White an die Latte. Eugenie Le Summer verwandelte und schoss Frankreich mit 5:4 ins Halbfinale.
Da steht auch Japan. Wenn man sich die Spiele in der Vorrunde anschaut, wusste man, dass die Japanerinnen eine harte Nuss werden könnten, denn das Team aus Asien gehörte bisher zu den spielerisch besten Teams der WM. Trotzdem erwartete man eigentlich einen Sieg der Gastgeberinnen. Der erste Schock ereilte die Deutschen schon in der Anfangsphase. Kim Kuhlig verletzte sich am Knie und musste schon in der 8. Minute ausgewechselt werden. Die Deutschen übernahmen auch schnell das Kommando, kamen aber nur sporadisch zu guten Chancen, weil die Japanerinnen sich in der Defensive keine Fehler erlaubten. In der zweiten Halbzeit kamen die Asiatinnen immer besser ins Spiel und hatten selbst Chancen. In der regulären Spielzeit fiel kein Tor. Auch in der Verlängerung hatten die Deutschen die besseren Chancen, das Tor fiel aber auf der anderen Seite. Sawa spielte einen tollen Pass in die Spitze, wo Karina Maruyama aus recht spitzem Winkel die etwas merkwürdig stehende Nadine Angerer überwand. Auch nach der japanischen Führung kämpften die Deutschen weiter um das erste Tor, es blieb ihnen versagt.
Aufgrund der starken Defensiv-Leistung der Japanerinnen, die aber auch immer wieder gefährliche Gegenstöße inszenierten, war Japans Sieg nicht einmal unverdient. Die Deutschen betrieben zwar viel Aufwand waren aber recht unpräzise in ihren Angriffen und brachten die Japanerinnen so nur selten ernsthaft in Gefahr. Beim Gegentor stand die Abwehr inklusive Nadine Angerer schlecht, nicht zum ersten Mal bei dieser WM und so müssen wir wohl anerkennen: Es gibt in diesem Jahr einfach bessere Mannschaften. Schade für und Fans (in Wolfsburg waren rund 26.000 Fans dabei) und die Mannschaft, aber schon in zwei Jahren ist ja EM. Ach ja, Birgit Prinz wurde trotz der Sturmmisere heute wieder nicht eingesetzt, Alexandra Pooo durfte erst in der 102. Minute ran. Vielleicht hätte Silvia Neid da eher und offensiver reagieren sollen.
Nun sind wir draußen. Feiern wir einfach mit den anderen Team. Denn für den ansehnlichen Fußball bei dieser WM waren (außer beim Spiel der Deutschen gegen Frankreich) bisher sowieso andere Mannschaften verantwortlich.
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