Donnerstag, 14. Juli 2011

Fußball, 2. Bundesliga: Morgen beginnt die Saison 2011/2012 - eine Vorschau

Mitten im Juli, 2 Monte nach dem Ende der letzten Saison wird es schon wieder ernst für die Zweitligisten. Was kann man für die Saison erwarten? Wer sind die Favoriten, wer kämpft gegen den Abstieg.

VfL Bochum
Der VfL Bochum hat den Aufstieg in der letzten Saison denkbar knapp verpasst und wird in dieser Saison einen neuen Anlauf nehmen. Die erfolgreiche Mannschaft konnte gehalten werden und wurde durch Dennis Berger (Offenbach) nach verstärkt. Beim zweiten prominenten Neuzugang, Lukas Sinkiewicz, wird man erst einmal abwarten müssen, denn der Pole hat seine erfolgreichen Jahre, obwohl er erst 25 Jahre alt ist, schon einige Zeit hinter sich. Trotzdem. Der VfL ist eingespielt und wohl ein ganz heißer Anwärter auf den Aufstieg.

FC St. Pauli
Jahr 1 nach Holger Stanislawski. Insgesamt ist der personelle Aderlass beim Absteiger recht gering. Einzig im defensiven Mittelfeld ist man recht dünn besetzt. Das letzte Freundschaftsspiel gewannen die Hamburger gegen Bröndby Kopenhagen 2:0. Man scheint also gut gewappnet zu sein. St. Pauli könnte den direkten wiederaufstieg schaffen.

Eintracht Frankfurt
Das Ziel ist klar: Der Wiederaufstieg soll her. Die Frage ist, ob es reichen wird. Offensiv hat sich die Eintracht mit dem österreichischen Nationalspieler Hoffer sicher gut verstärkt, die Frage ist, wie die Abgänge der Defensivkräfte Fährmann, Ochs und Franz verkraften wird. Hier sind bisher nur Gordon Schildenfeld und Thomas Kessler echter Ersatz. Wird hier nicht nachgelegt, könnte die Eintracht Probleme in der Defensive bekommen. Der Aufstiegskampf wird ein hartes Stück Arbeit. Es könnte knapp werden.

Greuther Fürth
Seit Jahren (mit Ausnahme 2009/2010) stehen die Greuther im oberen Bereich der Tabelle. Mit schöner Regelmäßigkeit reicht es aber nicht für den ganz großen Wurf. Der größte Verlust dürfte Nico Müller sein, der nach Mainz wechselt. Interessant wird sein, Neuzugang Oliver Occean, der in der Vorsaison für Offenbach 16 Tore schoss, eine Liga höher zurechtkommt. Ansonsten hat Trainer Mike Büskens mehr Variationsmöglichkeiten als in der letzten Saison. So dürfte Fürth wieder vorn dabei sein. Ob´s am Ende reicht?

Fortuna Düsseldorf
Die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben und wurde zielgerichtet weiter verstärkt. Wenn die Düsseldorfer in der letzten Saison keinen kompletten Fehlstart mit 7 Pleiten am Stück hingelegt hätten, wäre schon in der letzten Saison mehr als Platz 7 drin gewesen. In der kommenden Saison wird die Fortuna ernsthaft um den Aufstieg mitreden.

MSV Duisburg
Letztes Jahr hatte der MSV lange die Tabellenspitze im Blick. Verletzungspech und eine zu dünne Personaldecke ließen die Mannschaft von Trainer Milan Šašić zum Ende noch auf Rang acht fallen. Nun wurde das Team runderneuert. Dabei ist die Mannschaft nicht schlechter besetzt. Das Prunkstück könnte die Offensive mit dem Sturmduo Jula und Domovchiyski sein. Im Mittelfeld hat man sich unter anderem mit dem Cottbuser Shao verstärkt. Die Duisburger werden wohl wieder vorn mitspielen.

Energie Cottbus
Die Mannschaft von Trainer Claus Dieter Wollitz hat sich in der letzten Saison mit Platz 6 sicher unter Wert verkauft. Die spannende Frage wird sein, ob die Lausitzer
das Sturmduo Petersen/Jula ersetzen können. Der Favorit für die Position in der Spitze ist der bulgarische Nationalspieler Dimitar Rangelow, der schon einmal von 2007 bis 2009 in Cottbus spielte und damals 15 Tore schoss. Dahinter soll es Mustafa Kucukovic richten, der vom dänischen Verein SønderjyskE. Dort hat er mit 4 Toren in 17 Spielen aber relativ wenig Torgefahr ausgerichtet. Fazit: Cottbus wird wohl wieder nichts mit dem Aufstieg zu tun haben.

1860 München
Die Löwen waren in der letzten Saison mehr wegen ihrer Liquiditätsprobleme im Gespräch als durch ihre Leistungen. Sportlich kam ein Platz im Tabellen-Niemandsland heraus. Nun, mittlerweise sind die Geldsorgen Geschichte, die Truppe wurde jedoch nur punktuell verstärkt. Ob Spieler Dennis Malura (Erfurt) oder Arne Feick (Bielefeld) einschlagen, wird man sehen. Colin Benjamin hat beim Hamburger SV in den vergangenen 2 Jahren nur acht Auftritte gehabt, nur dreimal stand er in der Anfangsformation. Positiv dürfte sein, dass kaum ein Spieler ziehen gelassen werden musste. Das könnte besonders zu Saisonbeginn ein Vorteil sein. Alles in allem werden die Löwen aber auch in der nächsten Saison im Mittelfeld landen.

Alemannia Aachen
Einen schmerzhaften Abgang hat die Alemannia zu beklagen: Marco Höger, der zu Schalke 04 wechselte und eine große Lücke hinterlassen haben dürfte. Gekommen sind vor allem junge Spieler, die sich am Neuen Tivoli für höhere Aufgaben anbieten sollen. Insgesamt ist das Team sicher breiter aufgestellt, aber ist es auch besser? Bei der Generalprobe gegen den FC Volendam gab es immerhin ein 3:0. Unter den Neuzugängen sind Talente wie Mario Erb (FC Bayern II/21), Reinhold Yabo (1. FC Köln /19) oder Marco Stipermann (Borussia Dortmund/20). Geführt werden soll die junge Truppe von Bas Sibum (28), der vom niederländischen Ehrendivisionär NEC Nijmegen kommt. Die junge Truppe wird sicher eine Bereicherung in der 2. Liga sein, aber viel mehr als Vorjahresplatz 10 wird es wohl auch diesmal nicht geben.

Erzgebirge Aue
Nochmal so eine Saison wie 2010/2011? Das wäre grandios. Mit Thomas Koc verloren die Erzgebirgler ihren Leader. Als Verstärkung für die Offensive kam Ronny König von Rot Weiß Oberhausen. Ansonsten hat sich im Kader nicht viel bewegt. Die Auer dürften eingespielt sein. Allerdings wird es einen Vorteil aus dem letzten Jahr nicht mehr geben, dass irgendjemand Aue unterschätzt. Und so dürfte es schwer werden, Platz 5 aus dem Vorjahr zu wiederholen.

1. FC Union Berlin
Letztes Jahr wurde man immerhin 11. Nicht mehr dabei ist Karim Benyamina, ansonsten hat Trainer Uwe Neuhaus seine Truppe zusammengehalten. Dazu kamen einige Neuzugänge, die die Breite und Qualität des Kaders gestärkt haben sollten. Der Kader ist recht ausgeglichen besetzt und sollte für einen sicheren Mittelfeldpaltz reichen.

Eintracht Braunschweig
Der Kader der erfolgreichen Aufstiegssaison ist weitgehend zusammengeblieben. Ein Problem zum Saisonstart gibt es beim Prunkstück der Mannschaft, der Verteidigung. Abwehrchef Dogan fehlt noch verletzungsbedingt. Ansonsten ist das Team gut besetzt und dürfte mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Karlsruher SC
Die Badener kämpften bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt. Die Hintermannschaft ist komplett neu. Orlishauen (Erfurt) im Tor war jahrelang eine Stütze bei Rot Weiß Erfurt. Florian Lechner (St. Pauli), Niklas Hoheneder (Austria Wien) und Guiseppe Aquardo (ZSKA Sofia) kommen von höherklassigen Mannschaften, waren aber nicht immer Stammspieler. Dennis Kempe war beim Drittligisten Aalen Stammspieler, Patrick Milchraum kam in Aue kaum zum Einsatz. Es wird die Frage sein, wie schnell die Defensive zu einer Einheit zusammenwächst. Für den Sturm wurde mit Klemen Lavric ein erfahrener Spieler geholt. Insgesamt dürfte sich also der KSC verstärkt haben. Sollte die Mannschaft sich schnell finden, dürfte der Karlsruher SC mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

FC Ingolstadt
Ein Vorteil ist, dass die Bayern nur Markus Karl verloren haben. Für ihn kam mit Leonhard Haas (Gr. Fürth) gleichwertiger Ersatz). Mit Andreas Schäfer (Karlsruhe) wurde außerdem die Defensive verstärkt. Wenn man die Rückrunde zum Maßstab nimmt, könnte der FC Ingolstadt in der kommenden Saison die Abstiegssorgen etwas eher beiseite legen.

FC Hansa Rostock
Mit dem Aufsteig der Rostocker hatte vor der letzten Saison keiner gerechnet. Am Ende sind die Ostseestädter recht souverän wieder aufgestiegen. Die Euphorie ist entsprechend groß. Die Leistungsträger sind an der Waterkant geblieben. Die Frage wird sein, ob die Neuzugänge die Qualitätssteigerung, die zum Klassenerhalt nötig ist, bringen. In der Offensive hat man mit Semmer (Erfurt) und Mintal (Nürnberg) stark aufgerüstet, nur bleibt die Frage, ob die Hoffnungen erfüllt werden. Tino Semmer kommt aus der 3. Liga, wo er letzte Saison 10 Mal für Erfurt traf. Marek Mintal war zuletzt in Nürnberg Bankdrücker. Qualität hat sicher die Abwehr gewonnen, für die Pavel Kostal vom österreichischen Bundesligisten FC Wiener Neustadt verpflichtet wurde. Hansa wird wohl gegen den Abstieg spielen.

SC Paderborn 07
Die Ostwestfalen wurden letztes Jahr 12. Nicht mehr im Kader steht der langjährige Torhüter Daniel Masuch, den der bisherige Reservist Lukas Kruse beerbt. Ob die Abgänge von Raitala und Kapllani ausreichend kompensiert wurden, wird man sehen. Im Sturm dürfte Matthew Taylor eine Hoffnung sein, der in Ahlen immerhin 17 Tore schoss. Neu ist auch Nick Proschwitz, der zuletzt in der Schweizer Superliga für den FC Thun auf Torejagd ging (8). Ob die Paderborner deutlich besser abschneiden als letzte Saison? Am Ende überwiegen die Zweifel, dass die Neuzugänge ausreichend Qualität haben. Es wird eine schwere Saison

FSV Frankfurt
Mit Sachsa Mölders, Jürgen Gjasula und Mike Wunderlich verlor der Verein seine komplette Offensivabteilung (26 Tore). Gekommen ist Karim Benyamina, der bei Union Berlin 7 Mal traf. Für das offensive Mittelfeld wurde Zafer Yelen verpflichtet, der bei seinem bisherigen Klub Trabzonspor nicht zum Einsatz kam. Und so überwiegen die Fragen. Der FSV hat eine schwere Saison vor sich.

Dynamo Dresden
Bei Dynamo gab es vor allem schmerzhafte Abgänge zu vermelden. Hübener, Röttger, Schahin und Esswein wurden bisher kaum adäquat ersetzt. Von den Neuzugängen dürfte die Defensive am ehesten profitiert haben. Dennis Eilhoff (Bielefeld) könnte der für den Klassenerhalt nötige Rückhalt sein, Alexander Schnetzler (Osnabrück) gehörte sicherlich zu den besseren seines letzten Vereins. Im Mittelfeld hat man einen neuen Spielmacher: Filip Trojan, der in der letzten Saison alle 34 Spiele für seinen damaligen Klub MSV Duisburg absolviert hat. In der Offensive sieht es dagegen dünn aus. Dort könnte Pavel Fort (Bielefeld) den Alleinunterhalter geben. In der Saison 2009/2010 traf er für Bielefeld in der 2. Liga immerhin 10 Mal. In der letzten Saison kam er nur 3 Mal zum Einsatz. Ganz düster wird es aber, wenn Fort ausfallen sollte. Dynamo hat keinen annähernd gleichwertigen Ersatz. Dy zahlreichen Zugänge haben den Kader zwar in der Breite verstärkt, aber wohl kaum in der Qualität. Und so dürfte Dynamo Dresden eine sehr schwere Saison bevorstehen.

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