Freitag, 5. August 2011

Fußball, Bundesliga-Start: Bayern, Dortmund und wer noch?

Heute beginnt die Bundesliga-Saison 2011/2012. Wer sind die Favoriten, wer bekommt Probleme? Die Saisonvorschau.

Bayern München
Die Bayern waren ja schon der Top-Favorit, bevor der Kader für die neue Saison stand. Der neue Trainer Jupp Heynckes ist so neu nicht und hat mit Ivica Olić eine weitere Option im Sturm. Hinzu kommt Nils Petersen, der wohl aber eher zwischen Bank und 2. Mannschaft pendeln wird. In der Defensive wurde deutlich aufgerüstet. Neben Neuer im Tor dürfte vor allem der Ex-Schalker Rafinha mehr Stabilität sorgen. Philipp Lahm rückt auf links, womit wohl die Bayern auf den Außen nicht mehr so anfällig sind. Bleibt die Innenverteidigung, bei der man auf das junge Duo Boateng/Badstuber setzt. Man wird sehen, ob das gut geht.
Insgesamt ist der FC Bayern so breit aufgestellt, dass selbst der eine oder andere Ausfall kompensiert werden kann. Bayern ist Meisterschaftsfavorit.

Borussia Dortmund
Für den abgewanderten Sahin hat der Meister sich ein neues junges Talent geangelt Ilkay Gündogang. Ansonsten hat sich beim BVB nicht allzu viel getan. Zum Saisonstart fallen Barrios und Schmelzer aus. Aber in der Vorbereitung wussten Lewandowski und der aus Chemnitz gekommene Löwe durchaus zu gefallen. Die Testspiele gegen hochklassige Gegner wurden meist überzeugend absolviert. Das Supercup-Finale gegen den Erzrivalen FC Schalke 04 trotz deutlicher spielerischer Überlegenheit aber im Elfmeterschießen verloren. Und hier könnte das Problem beim Unternehmen Titelverteidigung liegen: Die mangelnde Chancenverwertung. Deshalb setze ich den BVB hinter den FC Bayern.

Bayer Leverkusen
Die Rheinländer haben eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt - und ein gutes Pokalspiel in Dresden - eine Stunde lang. Was danach folgte lässt den betrachter fassungslos zurück. Insgesamt sind die Leverkusener gut besetzt. Interessant dürfte die Torhüterfrage nach dem Ausfall von René Adler werden. Nachdem Yelldell gegen Dynamo Dresden einige Schwächen verriet könnte zum Bundesligastart der 21-jährige Fabian Giefer zwischen den Pfosten stehen. Egal wie man das Spiel in Dresden und die Torhütersituation sehen mag, Bayer wird oben mitspielen.

FC Schalke 04
Jahr 1 nach Manuel Neuer. Die neue Nummer 1 heißt Ralf Fährmann und es wird interessant, ob der 22-jährige in die Fußstapfen seinen Vorgängers treten kann. Die Mannschaft hat ihr Gesicht deutlich verändert. Auf den Außen-Positionen hat man sich mit Höger (Aachen) und Fuchs (Mainz) verstärkt. Besonders Fuchs für die linke Seite dürfte Ralf Rangnick und sein Team voranbringen. Im Mittelfeld steht steht mit Lewis Holtby ein weiterer Mainzer unter Vertrag. Der 20-jähige wird wohl einen Part im defensiven Mittelfeld spielen. Man wird sehen, ob das dem Nationalspieler liegt. Die 10er-Position hat derzeit Raúl inne, der wohl lieber stürmen würde, aber laut Rangnick nicht schnell genug ist. Im System Rangnick gibt es ja eh nur einen Platz im Sturm und den hat Huntelaar inne. Insgesamt hat Rangnick eine sehr junge Mannschaft geformt, bei der man wohl gelegentlich mit einem Rückschlag rechnen muss. Ein Meisterschaftsanwärter sind die Knappen also wohl nicht, aber besser als im Vorjahr werden sie dastehen.

Hannover 96
60 Punkte und Platz vier! Es war seit langem die erfolgreichste Saison der Niedersachsen. Im Vorjahr eher als Underdog gestartet, dürften sich die Vorzeichen in dieser Saison etwas geändert zu haben. Das Team ist weitgehend zusammengeblieben und dürfte erneut ein gute Rolle spielen.

Hamburger SV
Bei den Norddeutschen sind die Ansprüche wie immer hoch, aber können sie auch erfüllt werden? Dass es noch nicht läuft, konnte man gerade am letzten Samstag beisichtigen, als der HSV beim Pokalspiel in Oldenburg nur ein knappes 2:1 erreichte. Die Defensive mit den fast (Diekmeier) und ganz (Mancienne) neuen müssen sich erst einmal finden, auch die Doppelsechs ist noch nicht endgültig gefunden. Recht ordentlich besetzt ist der HSV in der Offensive. Ob die Hamburger in die Nähe der Europacup-Plätze kommen, hängt davon ab, wie schnell sich die Mannschaft findet.

VfB Stuttgart
Platz 12 im letzten Jahr war vor allem der schwachen Herbstrunde geschuldet, die nach dem Verlust von Khedira und Gomez nicht völlig überraschend kam. In diesem Jahr verlor der VfB erneut einen Leistungsträger, Christian Träsch, der nach Wolfsburg wechselte. Nachfolger im defensiven Mittelfeld soll der dänsiche Nationalspieler William Kvist werden, der mit dem FC Kopenhagen in den letzten sechs Jahren fünfmal dänischer Meister wurde. Die Innenverteidigung soll der Mexikaner Maza, der in den letzten drei Jahen beim PSV Eindhoven spielte, verstärken. Insgesamt scheint der VfB personell solide aufgestellt zu sein. so könnte in dieser Saison vielleicht etwas mehr drin sein. Ob es für einen internationalen Platz reicht, muss man abwarten.

VfL Wolfsburg
Trainer Felix Magath hat noch Schwächen in der Defensive ausgemacht. Zu besichtigen war das Dilemma, als Fran vom viertklassigen RB Leipizg im Pokal gleich dreifach zuschlagen durfte. Für die Defensive hat man aber auch etwas komisch eingekauft. Mit Russ und Ochs verpflichtete man gleich zwei Spieler von Absteiger Eintracht Frankfurt. Stabilität dürfte dagen Christian Träsch, der vom VfB Stuttgart kommt bringen. In der Offensive hat der VfL durch die Verpflichtung von Srđan Lakić an Qualität gewonnen. Nur eine Frage bleibt dann noch im Raum: Wer gibt den Spielmacher? Diego ist trotz des trostlosen Auftritts in Leipzig und den guten Trainingsleistungen des Brasilianers nicht. Der wird inzwischen mit Atletico Madrid in Verbindung gebracht. Menschlich sicher kein Verlust aber spielerisch schon.
Sp wird der VfL wohl besser abschneiden als im letzten Jahr, aber für einen internationalen Platz fehlen wohl noch ein, zwei Bausteine.

Hertha BSC Berlin
Nach nur einem Jahr sind die Berliner wieder im Oberhaus und haben so den Betriebsunfall Abstieg 2009/2010 abgehakt. In der Vorbereitung trafen die Berliner auf einige hochkarätige Gegner und boten dabei nicht immer überzeugende Leistungen. Trainer Markus Babbel greift auf ein eingespieltes Team zurück, in dem einige bundesligaerfahrene Spieler stehen. Mit Thomas Kraft hat man sich einen talentierten Torwart an die Spree geholt. Man wird sehen, ob der 23-jährige ein sicherer Rückhalt für Hertha sein wird. Neuzugang Maik Franz soll der Defensive mehr Stabilität geben. In der Offensive hat Hertha eine große Auswahl. Der Klassenerhalt sollte zu schaffen sein.

TSG 1899 Hoffenheim
Die Badener wollten eigentlich in dieser Saison mit ihrem neuen Trainer Holger Stanislawski richtig durchstarten. Doch nun gilt es erst einmal eine Hiobsbotschaft zu verdauen. Sturmführer Ibišević fällt mit einem Muskelbündelriss acht Wochen aus und die Alternativen sind dünn gesäht. Der aus Stuttgart gekommene Sven Schipplock steht noch am Anfang seiner Karriere, Mlapa hat sich bisher noch nicht als wirklicher Torjäger gezeigt und Tagoe soll noch abgebene werdem. Dabei wäre er jetzt vielleicht die Alternative, immerhin traf der Ghanaer im letzten Jahr bei seinem Gastspiel bei Partizan Belgrad in 14 Süielen neunmal. Mal vom Trainer abgesehen, gab es personell keine großen Änderungen, so dass es interessant wird, ob die Hoffenheimer die schwachen Eindrücke aus der Rückrunde der letzten Saison wettmachen können.

SC Freiburg
Der SC Freiburg hat sich in der Defensive mit Beg Ferati, der vom FC BAsel kommt, verstärkt. Angesichts von 50 Gegentoren sicher ein sinnvolle Maßnhme beim Vorjahres-Neunten. Wie schon im letzten Jahr wird vieles bei den Badenern von der Treffsicherheit vom Ein-Mann-Sturm Cissé abhängen. Wenn er ausfällt, könnte die Saison für den SC Freiburg zum Dilemma werden.

1. FC Köln
Die Kölner über unter ihrem neuen Trainer Stale Solbakken ein völlig neues System ein. Noch harmonieren die Mannschaftsteile nicht und so könnte der FC schnell ans Tabellenende gelangen. Besonders das Mittelfeld mit 4 Spielern auf einer Linie hat die Idee des Trainers noch nicht richtig umgesetzt. Es wird interessant, ob die Mannschaft schnell lernt oder bald am Boden der Tabelle herumkrebst.

Borussia Mönchengladbach
Eine weitere Zitterpartie möchte die Borussia sicher gern verhindern. Aber wie. Nur durch die genialen Ideen von Lucien Favre? Insgesamt soll es wohl die gleiche Mannschaft richten, die den Klassenerhalt am Ende der letzten Saison bewerkstelligte. Ob deren Klasse aber reicht? Erste Aufschlüsse könnte die Auftaktpartie beim FC Bayern geben.

1. FC Nürnberg
Bei den Franken hat sich das Personalkarussel mächtig gedreht. Besonders Ekici, der nach Bremen gegangen ist, dürfte schmerzlich vermisst werden. Neu für das Mittelfeld hat der FCN Feulner (Dortmund) und Zeitz (Saarbrücken) geholt. Ob beide eine Stütze im Nürnberger Spiel werden können, muss man abwarten. Am besten sieht die Defensive aus, auch wenn zum Saisonstart Per Niesson ausfallen wird. Insgesamt kann ich mir nicht vorstellen, dass der 1. FC Nürnberg an die letzte Saison anknüpfen kann.

Werder Bremen
An der Weser droht eine Ära zu Ende zu gehen. Ob die sportliche Leitung Allofs/Schaaf das Weihnachtsfest noch in der grün-weißen Familie feiert. Wegen der schwachen letzten Saison fehlen dem Verein Gelder, die Mannschaft zu verstärken. Mit Papastathopoulos (AC Mailand) hat Thomas Schaaf immerhin einen seiner Wunschspieler zur Stärkung der Abwehr bekommen. Im Mittelfeld soll Ekici die Faden ziehen. Ansonsten hoffen die sportlich verantwortlichen, dass bei dem einen oder anderen Spieler der Knoten in dieser Saison platzt (Arnautovic, Marin) und Per Mertesacker zu alter Stärke zurückkehrt. Dann könnte meine Befürchtung gepaart mit einer weiteren tristen Saison vielleicht abgewendet werden.

FSV Mainz 05
Mit Schürrle und Holtby hat der FSV Mainz seine komplette Offensiv-Power verloren. Thomas Tuchel musste also der Vorwärtsbewegung komplett umbauen. Bei der Europapokal-Pleite in Mediaş versuchte sich Neuzugang Ujah als Sturmspitze, später durfte sich dann Allagui versuchen. Insgesamt war das, was man da zu sehen bekam recht harmlos. Das lag aber nicht nur an den Stürmern, sondern auch am Mittelfeld, das recht ideenlos operierte. Ein Lichtblick war Risse, der über Aßen Druck aufbauen kann. Das knappe 2:1 nach Verlängerung im Pokalspiel beim SVN Zweibrücken passt da bestens in Bild. Defensiv sieht es beim FSV gar nicht so schlecht aus. Wie die 05er wieder in Richtung Europapokal-Plätze marschieren wollen, kann ich mir derzeit nicht vorstellen.

1. FC Kaiserslautern
Der Verlust von Torjäger Lakić (16 Treffer) dürfte sehr schwer wiegen. Erster Anwärter auf Job im Sturm dürfte der israelische Nationalspieler Etey Shechter sein. Der traf in der israelischen Liga 2009/2010 für Hapeol Tel Aviv 22 Mal. Er muss sich schnell an die Bundesliga gewöhnen, zumal mit Adam Nemec eine weitere Offensivkraft verletzungsbedingt (Schlüsselbein-OP) ausfällt. Es wird interessant, ob der FCK die Herausforderung in der Offensive meistert. Die Wiederholung von Platz 7 scheint mir sehr unwahrscheinlich. Der FCK wird wohl personell nachlegen müssen, wenn man nicht bis zum Ende gegen den Abstieg spielen will.

FC Augsburg
Die Euphorie des Aufstiegs ist schon verflogen, bevor die Saison richtig begonnen hat. Das große Thema beim FCA heißt Michael Thurk. Der Torgarat der letzten Jahre soll wohl auf eine Nichtberücksichtigung bei einem Freundschaftsspiel nicht so reagiert haben, wie es die Vereinsführung gern gesehen hätte. Ein Schock für die Fans, aber musss es unbedingt eine Schwächung des Kaders sein? Jos Luhukay scheint in der neuen Saison vom 4-4-2 auf das 4-2-3-1 mit Sascha Mölders in der Spitze zu wechseln. Mölders traf letzte Saison mit 15 Treffern immerhin sechsmal mehr als Thurk. Aber ob das am Ende reicht? Durch die Systemumstellung müsste viel mehr Druck aus dem Mittelfeld kommen. Ob dazu N´Djeng, Baier und Werner in der Lage sind?. Immerhin Tobias Werner machte mit einem Hattrick gegen Panionios Athen (5:0) auf sich aufmerksam. Trotzdem, Mir scheint nur die Defensive einigermaßen bundesligatauglich zu sein.

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