Gewalt im Fußball
Eine Überrschung hatte heute DFL-Präsident Reinhard Rauball parat, der heute morgen schärfere Sanktionen gegen gewaltbereite Fußballfans ablehnte. Er meinte, dass härtere Sanktionen auch die 99 % friedlichen Fußballfans negative Folgen hätten. Rauball wolle sich dafür einsetzen, dass bei Straftaten weiterhin Stadionverbote bis zu drei Jahren verhängt werden.
Ziemlich abenteuerlich war wohl auch der Runde Tisch, der heute im Innenministerium ohne wirkliche Fanbeteiligung stattfand. Neben Innenminister Hans-Peter Friedrich, DFB-Präsident Theo Zwanziger und Liga-Präsident Reinhard Rauball waren der Vorsitzende der Innenminsterkonferenz, Hessens Innenminister Boris Rhein sowie Vertreter von kommunalen Spitzenverbänden und der Koordinationsstelle Fanprojekte beteiligt.
Alle Hoffnung scheint man in eine "Task Force Sicherheit" zu setzen, die nun die aktuelle Situation analysiert und dann abgestimmte, passgenaue Maßnahmen ergreift. Nun ja, uns solange darf der Mob weiter wüten. Immerhin wolle man sich zukünftig besser mit den Fans austauschen und sich wirtschaftlich verstärkt mit Blick auf die Fanprojekte engagieren. Eine überfällige Einsicht. Wer aber erwartet hat, dass zukünftig schwerere Zeiten für Chaoten anbrechen, der dürfte enttäuscht sein. Fangewalt wird weiterhin nicht als gesellschaftliches Problem, sondern eher als Fußball-Randerscheinung angesehen. Straftaten im Stadion scheinen unter das Hausrecht und nicht unter die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu fallen.
Sicher sind die Profi-Verlein in der Lage mit geeigneten Maßnahmen die Gewalt einzudämmen. Dynamo Dresden wird beispielsweise Tickets zu bestimmten Auswärtsspielen künftig nur noch personalisiert abgeben, um Stadionverbote besser umsetzen zu können. Eine gute Idee, die aber voraussetzt, dass die gastgebenden Vereine auch entsprechende Personalienkontrollen durchführen. Die Frage ist hierbei: Dürfen das die Verein überhaupt oder sind das nicht eher hoheitliche Aufgaben? Nach größer sind die Fragen, wenn der Mob zukünftig noch mehr als bisher auf Amateurligen ausweicht. Diese Vereine sind wohl kaum in der Lage das Problem mit eigenen Mitteln zu lösen. Beim Thema Gewalt ist der Fußball nur das Ventil. Das Problem ist ein gesellschaftliches und für Straftaten, so dachte ich zumindest bisher, ist der Staat gemeinsam mit der Justiz verantwortlich. Wie will der Fußball der Gewalt begegnen. In Deutschland hat der Staat das Gewaltmonopol - falsch hatte, denn inzwischen hat er ja vor der Gewalt kapituliert und schaut lieber zu wie der Fußball sich angeblich selbst reinigt.
Fußball, 2. Liga
1860 München kann noch bis zum Saisonende auf die Dienste seinen Stürmers Kevin Volland zurückgreifen. Der 19-jährige Torjäger (8 Treffer) wird erst zu Beginn der nächsten Saison zur TSG 1899 Hoffenheim wechseln.
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