Bevor die Dakar 2012 morgen in Lima endet, ging es heute noch einmal durch die Dünen am Pazifik. Nach hundert Kilometern Verbindungsstück ging es über 275 km nach Pisco. Entscheidend war heute wieder wer am besten navigierte. Ja, die Navigation entschied heute die Dakar!
Motorrad
Marc Coma musste heute als erster in die Dünen und navigierte sich aus allen Titelträumen. Der Spanier kam 2 km von der Strecke ab und auch noch ein paar technische Schwierigkeiten an seiner KTM. Am Ende verlor Marc Coma heute fast 13 Minuten auf Cyril Despres, der hinter dem Gesamtdritten Helder Rodrigues heute auf Platz zwei fuhr. In der Gesamtwertung hat Despres jatzt 11 Minuten Vorsprung auf Marc Coma. Damit ist die Motorradwertung wohl entschieden.
Daniel Schröder hält sich auch heute auf Platz 20, eine starke Leistung, die er morgen in Lima krönen kann.
Marc Coma meinte nach der Etappe: Ich habe mit sehr hohem Tempo angefangen, so schnell ich nur konnte, denn ich wusste, dass es schwierig werden würde, die Führung in der Rallye zu behalten. Und bei km 25 hatte ich ein technisches Problem, wegen dem ich das Tempo drosseln musste. Es war ein Getriebeproblem, ich glaubte, nicht weiterfahren zu können; Daher bin ich schon droh, hier zu sein, und das an zweiter Position, das ist schon viel."
Auto
Es war der Tag der Entscheidungen, denn bei den Geländewagen ist Stéphane Peterhansel wohl nur noch durch einen Defekt seines Mini zu stoppen. Der Franzose fuhr heute zum dritten Etappensieg der 2012er Dakar und steht vor seinem insgesamt 10. Dakar-Gesamtsieg. Im Gegensatz zu Peterhansel hatten die meisten Fahrer heute große Schwierigkeiten und blieben irgendwo in den Dünen mehr oder weniger lange stecken. Am extremsten traf es Robby Gordon, der so ziemlich alles erlitt, was man so erleiden kann. Wobei, so viel gab es anfangs gar nicht zu erleiden, den Gordons Hummer passierte die erste Zeitnahme als schnellster Geländewagen. Aber in den Dünen zeigte der Hummer erste Schwächen und verlor sieben Minuten. Auch Stéphane Peterhansels ärgster Verfolger, Nani Roma, wurde wenig später in den Dünen aufgehalten. So erging es auch Giniel de Villiers. Peterhansel enteilte derweil dem Feld. Für Robby Gordon kam es aber noch dicker. Der Ami überschlug sich, blieb aber unverletzt und konnte weiterfahren, bis ihn ein Reifenschaden zu einer weiteren Pause zwang. So verlor Robby Gordon heute über 36 Minuten und damit auch Platz vier in der Gesamtwertung. Am besten konnten heute noch Giniel de Villiers (+ 8:29) und Leonid Novistkiy (+ 12:55) folgen. Nani Roma wurde Siebter und verlor fast 23 Minuten. So kann Stéphane Peterhansel mit fast 43 Minuten Vorsprung auf Roma schon die Siegfeier planen, auch wenn der Franzose das etwas anders sieht.
Trucks
Kurz vor dem Ende der diesjährigen Dakar gab es doch noch mal einen Lichtblick, ach was, eine Leistungsexplosion bei KAMAZ. Andreij Karginow, der gestern nur enttäuschender 40. wurde, zweigte heute, dass die KAMAZ zumindest in den Dünen durchaus konkurrenzfähig sind. Der Russe hatte im Ziel gut 20 Minuten Vorsprung auf die ärgsten Rivalen. Der beste IVECO kam heute erst auf Platz drei. Hans Stacey musste auch noch dem Tatra von André De Azevedo Platz machen. Der Brasilianer fuhr in den letzten Wochen immer weiter nach vorn und ist vor der Schlussetappe immerhin Achter. Gerard De Rooy verlor heute 25:23 min auf den Etappensoeger, bleibt aber in der Gesamtwertung 53 minuten vor Hans Stacey. Die Entscheidung ist also schon lange gefallen.
Quads
Marcos Patronelli hatte heute bei km 99 einen Defekt, sein klar führender Mruder Alejandro kam ihm zur Hilfe und eröffnete der Konkurrenz die Chance auf einen Etappensieg. Den sicherte sich mit Tomás Maffei der dritte Argentinier im Bunde, was in der Gesamtwertung keine großen Auswirkungen hatte. Alejandro führt für Marcos Patronelli (+ 1:19:48 Std) und Tomás Maffei (+2:15:39).
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