Montag, 2. Januar 2012

Rallye Dakar beklagt ein Todesopfer

Die Dakar ist die härteste und gefährlichste Rallye der Welt. Letzteren Ruf bestätigte die Dakar schon am ersten Tag und lässt feierliche Wort zum Start nicht zu. Schade, denn ich habe mich auf die Dakar wie jedes Jahr gefreut. Was war passiert:
Für den argentinischen Motorradpilot Jorge Boero war die Dakar schon bei km 55 der Spezialwertung zu Ende. Auf der Strecke von Mar de Plata nach Santa Rosa stürzte der Athlet und erlitt einen Herzstillstand. Das medizinische Personal war fünf Minuten nach dem Unfall vor Ort und schaffte es nicht mehr, den Motorradpiloten wiederzuleben. Der 38-Jährige verstarb während des Transports zum Krankenhaus. Für Jorge Boero war es der zweite Start bei einer Dakar. Im Vorjahr gab er auf der 6. Etappe auf.

Die erste Etappe der Dakar, bei der die Sportler in diesem Jahr neben Argentinien und Chile auch Peru besuchen werden, sah nur eine kurze Wertungsprüfung (57 km) an der Küste zu fahren. Danach folgte ein ellenlanges Verbindungsstück. Insgesamt waren die Piloten von Mar del Plata nach Santa Rosa de la Pampa 820 km unterwegs.
Bei den Autos begann Titelverteidiger Nasser al-Attiyah, der in diesem Jahr von Volkswagen auf Hummer umstieg, mit einigen technischen Problemen und musste sich mit Platz 38 zufrieden geben. Der Katarer verlor auf der ersten Etappe fast 10 Minuten auf den Sieger Leonid Nowitzki aus Russland, der mit einem Mini und dem deutschen Beifahrer Andreas Schulz unterwegs ist. Ob Nowitzki vorn mitfahren kann, muss man mal abwarten. Der 43-jährige startet zum zweiten Mal bei der Dakar und gab im Vorjahr auf der fünften Etappe auf. Nicht dabei ist in diesem Jahr der Sieger von 2010, Carlos Sainz. Aber einige andere gute Bekannte waren bereits auf der ersten Etappe vorn dabei. Für Mini gab es gleich einen Dreifachsieg. Denn auch Krzysztof Holowczyc, im letzten Jahr Fünfter, und Altmeister Stéphane Peterhansel (4.) fahren in diesem Jahr einen Mini. Für Stéphane Peterhansel ist es bereits die 13. Dakar. Holowczyc hat 5 Sekunden Rückstand, Peterhansel 9. Der Vorjahres-Zweite, Giniel De Villiers, liegt mit seinem Co-Piloten Dirk von Zitzewitz mit 15 Sekunden Rückstand auf Platz 4. Der Südafrikaner steuert in diesem Jahr einen Toyota. Bester deutscher Pilot ist Matthias Kahle, der mit einem Buggy SMG auf Platz 14 3:19 min Rückstand hat. Außerdem haben sich folgende Deutsche platziert:
29. Stephan Schott (BMW) + 6:15
115. Stefanie Manns (Mc Rae) + 36:07 - die 31-jährige gibt ihr Debüt.
Ein Mitfavorit ist schon ausgeschieden. Alfie Cox, im Vorjahr 18., wollte mit einem Volvo ganz vorne mitfahren. Daraus wird nichts, denn sein Auto brannte auf der ersten Etappe völlig aus. Damit ist die Dakar für den Südafrikaner schon beendet.
Volkswagen, das die letzte Dakar Dominierte, schickte in diesem Jahr kein Team.

Bei den Motorrädern geht Marc Coma als Titelverteidiger ins Rennen. Der KTM-Pilot möchte in diesem Jar seine vierte Dakar gewinnen. Heute musste der Spanier nur dem Chilenen Francisco Lopez den Vortritt lassen. Der Vorjahres-Vierte fuhr mit seiner Aprilia 14 Sekunden heraus. Ober der Chilen aber tatsächlich mit um den Sieg kämpfen kann, bleibt abzuwarten. Lopez stürzte im Frühjahr bei der Tunesien-Rallye schwer und musste sechs Operationen über sich ergehen lassen. Es wird also spannend, wie der 36-jährige die Strapazen der Tour aushalten wird. Einen starken Auftakt legte der Argentinier Javier Pizzolito hin. Der Honda-Pilot, der im letzten Jahr als Debütant schon auf der ersten Etappe aufgeben musste, wurde heute mit nur 27 Sekunden Rückstand Dritter. Auch auf Platz vier steht eine Honda. Der US-Amerikaner Quinn Cody hat 30 Sekunden Rückstand. Letztes Jahr wurde er Neunter. Der Vorjahreszweite und dreifache Dakar-Sieger, Cyril Despres, begann in diesem Jahr als 13. mit 1:48 min Rückstand auf den Sieger. Bester Deutscher ist nach dem ersten Tag Daniel Schröder. Mit seiner KTM kam er 6:12 min hinter dem Sieger als 45. ins Ziel. Schröder hat ehrgeizige Ziele und will bei seinem Debüt am Ende als 30. ins Ziel kommen. Weitere Deutsche sind in diesem Jahr nicht am Start.

Wachablösung bei den KAMAZ. Der Zar, Wladimir Schagin, ist nicht mehr am Start. Auch Firdaus Kabirow und Ilgizar Mardejew sind nicht dabei. So wird es spannend, ob bei den LKW auf dieser Dakar die Dominanz der KAMAZ vielleicht gebrochen wird. Auf der ersten Etappe waren die KAMAZ schon mal nicht vorn. Marcel Van Vliet (NL), der 2010 schon einmal Dritter wurde, gewann heute mit einem MAN vor einem Iveco. 26 Sekunden Rückstand hatte Landsmann Gerard De Rooy, der 2004 und 2009 schon einmal Dritter wurde. Der Vorjahresfünfte, Franz Echter (MAN) fuhr mit 56 Sekunden Rückstand auf Platz 3. Miki Biasion (I/Iveco) wurde Vierter, dann der erste Kamaz mit dem Kasachen Artur Ardavichus, der im Vorjahr Achter wurde. Matthias Behringer (MAN), der im Vorjahr Zehnter wurde, begann heute als 23. und hat schon 7:36 min Rückstand. Außerdem haben sich folgende Deutsche platziert:
37. Klaus Bäuerle (MAN) + 18:52
40. Thomas Wallenwein (MAN) + 24:19

Bleiben die Quads. Die Frage wird lauten, wer kann in die Phalanx der Patronelli-Brüder (ARG) einbrechen. Marcos gewann 2010, musste aber im Vorjahr aufgeben. Alejandro gewann letztes Jahr und wurde 2010 Zweiter. Auf der ersten Etappe war Sergio La Fuente (URU) schneller und verwies Marcos Patronelli auf Platz zwei (+ 54 s). Mit Tomas Maffei (ARG) ist der Vorjahressiebte auf Platz drei gefahren. Er hat 1:07 min Rückstand. Alejandro Patronelli verlor 2:26 min und liegt auf Platz 7. Deutsche Quadfahrer sind nicht am Start.



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