Die besten vier Mannschaften des Turniers haben sich letztendlich durchgesetzt und bescheren uns zwei Traum-Halbfinals. Spanien - Portugal, das erste Traumspiel. Wer einmal mit einem portugiesischen Leihwagen nach Spanien gefahren ist, what die Rivalität zwischen Spaniern und Portugiesen am eigenen Leib zu spüren bekommen. Fußballerisch sind die Spanier derzeit die Großmacht, dem kleinen Nachbarn traute vor dem Turnier nicht einmal die eigene Presse viel zu. Aber Portugal zeichnete sich als hervorragendes Kollektiv um einen von Spiel zu Spiel besser werdenden Superstar Cristiano Ronaldo aus. Wer die Portugiesen gegen Tschechien gesehen hat, weiß, dass diese Mannschaft inzwischen deutlich besser funktioniert als im Auftaktspiel gegen Deutschland. Die Spanier spielen ein seltsam ineffektiven Fußball, der aber reichte, um bis ins Halbfinale zu gelangen. Die Spanier konnten sich bisher darauf verlassen, dass der Gegner in Ehrfurcht erstarrt und sich nicht wirklich wehrt. Nichts erinnert an die großen Auftritte der letzten Jahre. Viele Experten gehen davon aus, dass die Iberer den Schalter umlegen, wenn sie müssen. Wirklich?
Die Deutschen waren bisher das spielerisch beste Team. Wie die Mannschaft, mal vom Auftakt gegen Portugal abgesehen, ihre Gegner dominiert, ist beeindrucken. Die Löw-Truppe ist nach den bisher gezeigten Leistungen der klare Favorit auf den Titel. Die Mannschaft ist unglaublich homogen besetzt, was Bundestrainer Jogi Löw die Möglichkeit gibt, in der Elf auf Gegner und damit erforderliche Taktik abgestimmt rotieren zu lassen, ohne auch nur das kleinste Risiko eingehen zu müssen. Wie stark diese Mannschaft besetzt ist sieht man, dass ein so überragender Bundesligaspieler wie Toni Kroos bisher kaum eine Einsatzchance hatte. Es ist aber auch schwer, an einem Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger oder gar Mesut Özil vorbeizukommen.
Der Star im deutschen Team war für mich bisher übrigens nicht Mesut Özil, der es gegen meist mindesten zwei Gegenspieler, die gleichzeitig attackieren recht schwer hat, sondern sein Vereinskamerad Sami Khedira. Der 25-jährige Ex-Stuttgarter ist in Madrid zu einer starken Spielerpersönlichkeit herangewachsen. Neben seiner fast fehlerlosen Defensivarbeit ist nun auch noch ein außergewöhlich gutes Auge für Offensivaktionen und eine beeindruckende Torgefährlichkeit hinzugekommen. Für mich ist Khedira bisher die wertvollste Spieler in diesem Turnier.
Wie bei den Deutschen ist auch bei Italien der eigentliche Star die Mannschaft. Es ist beeindruckend anzusehen, wie diszipliniert die Mannschaft die taktischen Vorgaben von Cesare Prandelli umsetzt. Dabei scheint das Team sehr flexibel zu sein. Gegen England zumindest zeigten die Italiener, dass die durchaus auch marschieren können. Nur die Chancenverwertung war bisher mangelhaft. In den bisherigen fünf Spielen kam die Squadra Azzurra gerade mal auf vier Tore. Trotzdem sollte sich die Deutsche Nationalmannschaft vor den Italienern in Acht nehmen. Die Mannschaft hat ihre Stärken in der Defensive um Torwart-Routinier Gianluigi Buffon, kann sehr gut von Abwehr auf Angriff umschalten und hat mit einem weiteren Routinier, Andrea Pirlo, einen hervorragenden Spielgestalter in ihren Reihen.
Die Halbfinalbegegnungen:
27.06., 20.45 Uhr:
Portugal - Spanien
28.06., 20.45 Uhr
Deutschland - Italien
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