Nach dem gestrigen Ruhetag ging die Dakar heute in die zweite Hälfte. Es ging heute von Arica an den Pazifik. Nach 839 Kilometern sollten die Fahrer heute Antofagasta erreichen. Die Wertungsstrecken sollte eigentlich zwei Teile haben und 631 km lang sein. Nun daraus wurde nichts. Die Etappe wurde auf 273 km gekürzt und stand bei den Autos erneut im Zechen von Volkswagen.
Nasser Saleh Al-Attiyah nahm mit seinem deutschen Co-Piloten Timo Gottschalk wieder die Jagd auf Carlos Sainz auf und verkürzte heute seinen Rückstand auf 1:22 min. In den folgenden sechs Tagen ist also weiter mit einem spannenden Zweikampf zu rechnen.
Endgültig aus der Spitze verabschieden muss sich dagegen Stephane Peterhansel. Beim Franzosen gehen langsam die Reservereifen zur Niege. Nach nur 15 km war heute schon wieder ein außerplanmäßiger Reifenwechsel fällig. Aus Sorge um sein Reifenkontingent wählte Peterhansel danach einen sehr konservativen Fahrstil und verlor mehr als 7,5 Minuten als Al-Attiyah. In der Gesamtwertung liegt der Franzose nun schon gut 21 Minuten hinter dem Spitzenreiter Carlos Sainz.
Langsam ist sogar Platz 3 gefährdet. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz lauern nur noch 11,5 Minuten hinter Peterhansel. Ein Dreifachsieg von Volkswagen kommt in den Bereich des Möglichen.
Weiter vorn dabei ist der deutsche Pilot Matthias Kahle. Nach der heutigen Etappe steht er auf Platz 10. Ein Sprung weiter nach vorn ist jetzt aber sehr schwer. Der Neunte, Ricardo Leal dos Santos (POR), hat mehr als 2 Atunden Vorsprung. Aber man weiß ja nie: Sechs harte Etappen stehen den Fahrern noch bevor.
Stephan Schott verbessert sich heute auf Platz 23. Die Top 20 sind aber zur Zeit leider auer Reichweite. Um noch den 20. Platz zu erreichen müsste deer Frankfurter mehr als 2 Stunden gut machen. Aber auch Platz 23 wäre die beste Platzierung des 58-jährigen bei einer Dakar.
Bisher sind bei den Autos erst 44 Fahrzeuge im Ziel. Ein Update gibt es gegen Mitternacht.
Bei den Motorrädern gab es heute einen Heimsieg. Nach zwei zweiten Plätzen auf der 4. und 5. Etappe gewann heute der Chilene Francisco Lopez Contardo die ersten Etappe der 2011er Dakar und festigte gleichzeitig seinen dritten Platz in der Gesamtwertung. Im Vorjahr wurde der 35-jährige auch dritter. Dazu gab es aber drei Etappensieg. Da dürfte Contardo also noch einiges vorhaben.
Im Kampf um den Gesamtsieg versucht Vorjahressieger Cyril Despres seinen Rückstand auf Marc Coma zu verringern. Heute ließ sich Coma 84 Sekunden abnehmen. Damit verringerte sich der Abstand auf 7:24 min. Wenn Despres die Hypothek der 10-Minuten-Zeitstrafe nicht hätte, würde er schon mit mehr als 2 Minuten in Führung liegen. So muss er jeden Tag voll auf Angriff fahren.
Bester Deutscher ist Jan Vesely, der sich weiter langsam im Klassement vorschiebt. Inzwischen ist er 71. Daniel Schröder zollte vor dem Ruhetag den Strapazen Tribut und wurde auf der 6. Etappe nur 114. Heute bot der Debütant wieder eine gute Leistung und liegt in der Gesamtwertung nun auf Platz 77. Auch Christina Meier gewinnt jeden Tag ein paar Plätze. Nun ist sie schon 86., nur noch ein Platz schlechter als bei ihrem Debüt im Vorjahr.
Bei den Quads hielten sich die beiden Führenden heute etwas zurück. Alejandro Patronelli so stark, dass er als Tages-11. fast 10 Minuten auf seinen Rivalen Tomas Maffei, der Neunter wurde, verlor. Maffei übernahm so die Spitze der Gesamtwertung und hat 3:03 min Vorsprung. Den Tagessieg fuhr Sebastian Halpern ein, der gegen Maffei gleich 59 Minuten gut machte und nun wieder wage Hoffnungen auf den Sieg haben darf. Der Vorjahres-Sechste hat noch 26:45 min Rückstand.
Wladimir Schagin hat heute erneut 9 Minuten auf Firdaus Kabirow verloren und kann bei den Trucks die Titelverteidigund wohl abhaken. Mehr als 28 Minuten Rückstand hat der "Zar" nun schon. Dafür könnte Kabirow ein tatra noch gefährlich werden. Ales Loprais holte heute seinen zweiten Etappensieg in Folge und verkürzte seinen Rückstand auf Kabriow um 5 Minuten auf 16:22. Da könnte noch etwas gehen, denn der Tatra scheint bestens gerüstet.
Gut aus dem Ruhetag ist Franz Echter gekommen. Der Deutsche festigte mit der viertbesten Tageszeit den fünften Platz im Klassement. Mathias Behringer behauptete den neunten Platz. Wenn kein größeres Problem kommt, dürfte der 37-jährige unter die ersten zehn kommen und damit sein Ziel übertreffen.
Ziemlich abgestürzt ist Dieter Depping. Aber nachdem er zuletzt gar nicht mehr in den Ergebnislisten zu finden war, steht er heute wieder drin. Er steht auf Platz 32.
Bei den LKWs sind erst 33 Fahrzeuge im Ziel. Ein Update erfolgt gegen Mitternacht.
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