Besonders ein scheint wohl sicher. Der deutsche Handball ist in eine schwere Krise geschlittert. Heiner Brand warnte schon lange davor, dass kaum Talente ins A-Team nachrücken und die infrage kommenden Spieler sich im Prinzip selbst nominierten, weil es keine Alternativen gibt.
Wie auch? Die durchaus erfolgreichen Jugendspieler schaffen es nicht, sich in der Bundesliga zu Führungsspielern zu entwickeln. Fast in jedem Verein sind die wichtigen Positionen mit Stars aus dem Ausland besetzt. So musste denn Trainer Heiner Brand auch konstatieren, dass "wir keinen klassischen Führungsspieler haben." Dies wog sehr schwer, weil die Mannschaft in kritischen Phasen nicht in der Lage war, taktische Vorgaben umzusetzen. Enttäuscht zeigte sich Heiner Brand in der Kolumne für den "Kicker" vom Auftreten der Mannschaft. Erfolg konnte es nur "mit höchstem Einsatz und voller Aufmerksamkeit auf die taktischen Vorgaben" geben.
Hier beginnt der Bundestrainer auch sich selbst zu hinterfragen. Ist er noch der Richtige? Ja, denn das Problem der DHB-Auswahl liegt daran,dass die Klubs keine jungen Spieler an Verantwortung heranführen und somit keine Konkurrenz um die Plätze in der Nationalmannschaft zur Verfügung stellen können.
Die Nationalspieler müssen nicht um ihre Plätze kämpfen, im Wettkampf reicht das dann nicht mehr für die Weltspitze. Wie Konkurrenz die Leistung fördert, sieht man bei unseren Torhütern, die immer noch zu den besten der Welt gehören.
Und wie nun weiter? Heiner Brand wird sich mit dem Präsidium zusammensetzen und alles hinterfragen, auch seine Person. Für Brand selbstverständlich. Eigentlich ist aber jetzt mal die Bundesliga gefragt. Die Nationalmannschaft ist das Aushängeschild des deutschen Handballs und hat nicht unwesentlich zum Handball-Boom der letzten Jahre beigetragen. Es liegt also auch im Interesse der Klubs, dass die Nationalmannschaft erfolgreich auftritt. Zur Zeit muss man ja sogar fürchten, dass das olympische Turnier in London ohne die Deutschen stattfindet. Das darf die Klubs nicht kalt lassen!
Erfreulich ist, dass die Handball-Bundesliga das Problem auch sieht und dem Vorschlag des Präsidiumsmitglieds der HBL Volker Zerbe, eine "Task Force Nationalmannschaft" ins Leben zu rufen, große Unterstützung zu gesagt haben. "Die anstehenden Herausforderungen müssen von DHB und Liga gemeinsam angegangen werden", meinte der ehemalige Nationalspieler und heutige Manager des TBV Lemgo. Recht hat er.
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