Mittwoch, 2. November 2011

DFB-Kontroll-Ausschuss fordert DFB-Pokal 2012/13 ohne Dynamo Dresden

Nach den Ausschreitungen im Pokalspiel bei Borussia Dortmund hat der DFB-Kontrollausschuss die erwartete Bestrafung für Dynamo Dresden ausgesprochen. Der Ausschuss beantragt for dem DFB Sportgericht den Ausschluss des Zweitligist vom DFB-Pokal 2012/13. Auch Borussia Dortmund soll bestraft werden, weil nciht verhindert wurde, dass die Dresdner "eine so große Zahl an pyrotechnischen Mitteln ins Stadion mitführen konnten".
Der Deutsche Fußball Bund betont auf seiner Internetseite, dass Dynamo Dresden "nach jeweils sechs Verurteilungen mit Geldstrafen in den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 sowie zwei in der aktuellen Saison bereits nach den schwerwiegenden Vorkommnissen beim Relegationsspiel in Osnabrück am 24. Mai 2011 härtere Sanktionen im Falle erneuter gravierender Fehlverhalten von Dresdner Zuschauern angedroht" wurden. Die Forderung des Kontrollausschusses war also vorhersehbar.

Die Verantwortlichen von Dynamo Dresden haben mit einem harten Urteil gerechnet, teilt der Verein auf seiner Internetseite mit. Doch dann schwenkt der Verein in seiner Stellungnahme in eine Richtung, bei der man sich fragt, ob die Verantwortlichen von Dynamo den Schuss immer noch nicht gehört haben. In der Stellungnahme des Vereins, der auf der Internetseite veröffentlicht wurde, unterstellt Dynamo Dresden dem DFB, dass er "auch aufgrund der undifferenzierten Berichterstattung in einigen Medien und der gleichzeitigen Zunahme von Gewaltausbrüchen sowie dem Einsatz von Pyrotechnik bei Fußballspielen – von den Profi- bis hin zu den Amateurligen – unter einem enormen Druck stand. Es ist deshalb zu vermuten, dass nun durch diesen extrem harten Strafantrag ein Exempel statuiert werden soll." Der Verein wird den Strafantrag nicht akzeptieren. Man ist vom Strafantrag zutiefst enttäuscht. Der Verein findet seine selbst auferlegten Sanktionen und Maßnahmen nicht genügend berücksichtigt und bringt nochmals die angeblich undifferenzierte Berichterstattung der Medien zur Sprache.

Damit unterstellt Dynamo Dresden dem DFB nicht unabhängig zu sein. Starker Tobak. Es war doch so, dass "Fans" aus dem Dresdner Block das Spiel mehrfach unterbrachen und das Dresdner nicht zum ersten Mal schwere Ausschreitungen zu verantworten hatten. Die Ereignisse nach dem Relegationsspiel in Osnabrück sind noch in unguter Erinnerung. Damals drohte der DFB dem Verein ernsthafte Konsequenzen an, sollte sich derartige Ereignisse wiederholten. Dass es also diesmal nicht bei einer Geldstrafe bleiben kann, müsste den Protagonisten also klar gewesen sein.
Richtig ist natürlich, dass das Problem nicht nur Dynamo Dresden betrifft, wie der Auftritt besonders der Fans von Eintracht Frankfurt zuletzt zeigte. Nur Dynamofans sind leider regelmäßig in solche Krawalle involviert. Aus dem Umfeld von Dynamo Dresden wird angegeben, dass die Dortmunder Polizei Hinweise nicht befolgte hätte und außerdem unverhältnismäßig aggressiv aufgetreten sei. Außerdem soll die Kontrollen durch den BVB äußerst lasch gewesen sein, Deshalb macht Dynamo Dresden im zweiten Teil der Erklärung den gastgebenden Verein zumindest mitverantwortlich. Das sieht der DFB auch so und will Borussia Dortmund zu 10.000 € Strafe verdonnern.
Insgesamt macht die Stellungnahme, die man hier nachlesen kann, den Eindruck man wolle die Verantwortung des Vereins und der Fans relativieren.
Der DFB hat eigentlich keine andere Wahl, als Dynamo hart zu bestrafen, denn sonst verliert der Verband angesichts der Drohung an den sächsischen Verein jegliche Glaubwürdigkeit im Kampf gegen Gewalt im Stadion. Vielleicht findet ja das Sportgericht noch eine andere Lösung als die Sperre für den DFB-Pokal. Das Gericht ist ja unabhängig, auch vom Vorschlag des Kontrollausschusses.



Trotzdem muss neben dem Sport auch die Politik dieses Problem ernster nehmen. Stadionverbote mögen eine Möglichkeit sein, aber wenn das die härteste Strafe ist,die ein Randalierer bekommen kann, na dann gute Nacht. Offenbar sieht der Staat dieses Rechtsverletzungen als Privatveranstaltung an,, denn sonst müssten doch mal ein paar dieser Chaoten für ein paar Tage weggeschlossen werden. Solange der Staat ein paar Personalien aufnimmt und die Krawallmacher wieder laufen lässt, braucht sich niemand über Ausschreitungen, die es auch bei Fußballspielen ohne Beteiligung von Dynamo Dresden gibt, wundern.
Das eigentliche Problem ist nicht Dynamo Dresden und seine Fan-(Un)-Kultur, sondern, dass der Staat längst sein Gewaltmonopol abgegeben hat.

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