Die wohl faszinierendste Motorsportveranstaltung der Welt eröffnet das Sportjahr am 5. Januar Lima/Peru. Nach vier Mal Buenos Aires gibt es also mal wieder einen neuen Startpunkt. Wie im Vorjahr führt die Dakar auch in diesem Jahr durch drei Länder: Peru, Argentinien und Chile. Ziel ist nach über 8.000 km am 19. Januar in Santiago de Chile.
In Peru erwartet die Fahrer vor allem Wüste, während man in Argentinien die ganze Palette an Schwierigkeiten zu meistern hat und Flexibilität zeigen muss. Entscheidend könnte dann der Bereich in der Atacama in Chile werden, der den Fahrern alles abverlangen wird.
Bei den Motorrädern ist auch Vorjahressieger Cyril Despres wieder mit dabei. Der Franzose Steht seit 2004 immer auf dem Podest und gewann die Dakar schon 4 Mal. Auch die beiden ärgsten Verfolger sind wieder mit von der Partie. Marc Coma würde gern die Dakar ein viertes Mal gewinnen, Der Portugiese Helder Rodriguez würde nach zwei dritten Plätzen sich er etwas weiter nach vorn fahren. Auch Jordi Viladoms kommt mit Hoffnung zur Dakar. Im letzten Jahr erzielte er mit Platz vier sein bestes Egebnis. Wie Helder Rodriguez (Honda) wechselte er aber das Motorrad (Husqvarna). Mal sehen, wie das Gerät die Extrembedingungen meistert.
Der deutsche Ingo Zahn startet zum zweiten Mal bei der Dakar. Beim ersten Start 2010 war bereits nach zwei Etappen Endstation. Zahn (49) ist der einzige Zweiradpilot, der Deutschland vertritt.
Bei den Autos ist Stephane Peterhansel als Titelverteidiger der gejagte. Der Franzose holte in verschiedenen Disziplinen seit 1991 bei der Dakar gigantische 10 Siege und er dürfte auch diesmal zu den Favoriten gehören. Nach seinem Pech im letzten Jahr möchte auch der 2011er Sieger Nasser Al-Attiyah wieder angreifen. Der Mann aus Katar dürfte zum härtesten Konkurrenten werden, wenn der Buggy, den der 42-jährige in diesem Jahr mehr Freude macht, als im letzten Jahr der Hummer. Ein senstationelle Jahr liegt hinter Nani Roma, der als einziger unter eine Stunde Rückstand auf Peterhansel hatte und die Dominanz der Minis im letzten Jahr untermauerte. Es wird spannend sein, ob die Minis auch in diesem Jahr den anderen Fahrzeugen so davon fahren können. Verhindern möchte das auch der Vorjahresdritte Giniel de Villiers (RSA), der wieder mit einem Toyota und seinem deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz ins Rennen geht. In den letzten vier Jahren gab es dreimal das Podest. 2009 stand der Südafrikaner sogar ganz oben. Nach einem Jahr Pause ist Carlos Sainz zurück. Der Spanier, der die Rallye 2010 gewann hat ebenfalls einen deutschen Co-Piloten an Bord: Timo Gottschalk.
Matthias Kahle geht in seine sechste Dakar. Bisher beste Platzierung war Rang 10 im Jahr 2011. Er fährt mit einem SAM-Prototyp mit Mercedes-Motor und dämpft schon mal die Erwartungen. Man wird mit dem neuen Gefährt erst einmal Erfahrung sammeln müssen. Stephan Schott enttäuschte in der letzten Saison ein wenig. Nach Platz 20 in 2011 sprang nur Rang 30 heraus. In diesem Jahr kann der Frankfurter mit einem Mini starten und strebt die Top-15 an. Stefanie Manns wurde im letzten Jahr 64. Die 32-jährige war damit schnellste Frau bei den Autos. Ehrgeizig ist die Blondine auf jeden Fall. Sie möchte mit ihrem Co-Piloten Benjamin Zirbus im vorderen Drittel landen.
Bei den Trucks hat in der letzten Saison eine Wachablösung stattgefunden. Die KAMAZ mussten den IVECO den Vortritt lassen. Und so startet Titelverteiddiger Gerard de Rooy (NL) als Gejagter. Auch der Vize der Vorjahres, Hans Stacey (NL), dürfte wieder mit zu den Favoriten zählen. Er hat seinen LKW weiter verbessert und würde die Dakkar gern mal wieder gewinnen. Hans Stacy, der in diesem Jahr auch den Deutschen Detlef Ruf an Bord hat, kennt das Gefühl schon. Er gewann 2007. Der beste KAMAZ-Pilot war im letzten Jahr ein Kasache: Artur Ardavichus wurde Dritter und rettete ein wenig die Ehre der russischen LKW-Bauer. Die Russische Hoffnung heißt nach dem Abgang Vladimir Chagin und Firdaus Kabirov, die die Dakar jahrelang als Alleinunterhalter dominierten, der 38-jährige Eduard Nikolaev. Im letzten Jahr wurde er nach der 5. Etappe disqualifiziert. In diesem Jahr will angreifen. Die weiteren russischen Hoffnungen sind Andrey Karginov (im letzten Jahr 4.) und Ilgizar Mardeev (5.). Dazu kommt noch dessen Sohn Ayrat, der im letzten Jahr ausschied aber 2009 und 2011 jeweils Vierter wurde. KAMAZ dürfte also wieder sehr stark sein. Ob es reicht, Iveco zu schlagen, wird man sehen. Mit dabei sind natürlich auch Mercedes und MAN, wobei wohl beide nicht direkt etwas mit dem Ausgang der Dakar zu tun haben werden. Einen der MAN steuert wieder Matthias Behringer, der nach seinem starken 10. Platz 2011 im letzten Jahr schon nach 3 Etappen aufgeben musste. Klaus Bäuerle war mit seinem 38. Platz im letzten Jahr sicher auch nicht zufrieden, schließlich war er schon einmal Siebter, das ist aber schon ein paar Jahre her (2000). Thomas Wallenwein kam als 58. im letzten Jahr immerhin ins Ziel. Er startet wie die Vorgenannten auf einem MAN und wird seine vierte Dakar unter die Räder nehmen.
Bei den Quads fehlt in diesem Jahr der Sieger der letzten beiden Rennen, Alejandro Patronelli. Der Sieg könnte trotzdem wieder an einen Patronelli gehen, an Marcos, der 2010 vor seinem Bruder gewann. Erster Jäger dürfte sein argentinischer Landsmann Tomas Maffei sein, der im letzten Jahr als einziger den beiden Patronellis folgen konnte.
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