Wer die öffentlich-rechtlichen Medien im Dezember verfolgt hat, konnte manchmal seinen Ohren nicht trauen. Nach Jahren des Niedergang sind die deutschen Adler zurück in der Weltspitze. Das ZDF stilisierte die Vierschanzentournee dann auch gleich mal zu einen Länderkampf zwischen Deutschland und Österreich hoch. Klar, die Einschaltquote soll stimmen.
Der Sieger des ersten von vier Vergleichen heißt übrigens NORWEGEN. Anders Jacobsen ließ sich auch nicht davon beeindrucken, dass er ein Gate tiefer startete als der Rest der Siegkandidaten und flog im Finaldurchgang auf die Tagesbestweite von 139 m. Am Ende hatte der Mann vom Ringkollen 11,6 Punkte Vorsprung vor Gregor Schlierenzauer und 17,8 Punkte vor Severin Freund.
Auch mannschaftlich standen die Norweger stark da. vier Springer kamen unter die besten 11! Trotzdem, der Jubel über die deutsch Skisprungmannschaft ist durchaus berechtigt, denn das DSV-Team kam neben Severin Freund auch noch mit Michael Neumayer (8.) und dem erst 17-jährigen Andreas Wellinger aus Ruhpolding (10.) in die Top-10. Aus dem Team Austria schaffte es neben Gregor Schlierenzauer nur noch Manuel Fettner.
Am heftigsten erwischte es Thomas Morgenstern, der im ersten Durchgang nur 40. wurde und die Vierschanzentournee schon abhaken kann, ehe sie überhaupt begonnen hat.
Ein anderer Altmeister ist hingegen zurück, Martin Schmitt. Der inzwischen 34-jährige hat nach der schwachen letzten Saison nicht aufgegeben, sondern wollte es dieses Jahr noch einmal wissen. Über gute Leistungen im Kontinentalcup hat er sich für das Springen in Oberstdorf und Garmisch-Patenkirchen qualifiziert. Nach dem 16. Platz gestern darf er sogar auf eine Rückkehr ins Weltcupteam hoffen. Eine starke Leistung!
Aber auch Springer anderer Nationen springen in der Weltspitze mit. Dimitry Vassiliev aus UFa wurde Vierter, der Schweizer Simon Ammann segelte im zweiten Durchgang wie Anders Jacobsen auf 139 m, stand diesen Sprung aber nicht so perfekt und wurde auch wegen des etwas schwächeren 1. Durchgangs nur Sechster.
Wollen wir zum Schluss nicht unterschlagen, dass mit Richard Freitag (15.), Danny Queck (19.) und Maximilian Mechler (24.) weitere drei deutsche Skispringer in die Top 30 sprangen und so Weltcuppunkte holten.
Der im Weltcup auf Platz 3 liegende Andreas Kofler hat in der Tournee schon viel Rückstand. Er wurde nur 30. Vorn gibt es derzeit einen spannenden Zweikampf zwischen Gregor Schlierenzauer (528 Punkte) und Severin Freund (490 Punkte).
In der Nationenwertung führt hier Deutschland (1936) vor Österreich (1922) und Norwegen (1480). Auch wenn man auf dem Boden bleiben sollte und die Saison noch lang ist. Ein wenig freuen darf man sich da schon.
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