Auf den ersten blick sah es heute etwas leichter aus als in den letzten Tagen. Rund um Copiapo waren heute nur 235 km zu absolvieren. Dazu kamen 35 km Verbindungsstrecke. Aber die Dakar äre nicht die härteste rallye der welt, wenn nicht auch heute viel Zeit zu verlieren wäre. Auf die Fahrer wartete ein Auf und Ab der Dünen in der majästätischen Wüste.
Bei den Autos fand der Wüstensohn Nasser Saleh Al-Attiyah seinen Meister in Carlos Sainz. Der nahm dem Katarer fast 2 Minuten ab und hält die Spannung im Zweikampf um den Gesamtsieg. Im Kampf um Platz 3 hat Giniel de Villiers seinen Vorsprung ausgebaut. Stephane Peterhansel verlor erneut gut 2 Minuten. Dass der BMW-Pilot noch den Dreifachsieg von Volkswagen verhindern kann, ist bei inzwischen 63 Minuten Rückstand auf de Villiers eher fraglich. Nun, nächstes Jahr gibt es eine neues Auflage der Dakar.
Matthias Kahle hat auch heute seinen 10. Platz gehalten und ist weiter bester deutscher Fahrer. Nicht so gut kam Stephan Schott über die Dünen. Der Routinier wurde heute nur 54. und rutschte in der gesamtwertung auf Platz 22 ab. Eine Zurückeroberung des 20. Platzes ist ziemlich aussichtslos, angesichts der Tatsache, dass Schott nun 2:20 Stunden Rückstand auf den erst gestern erkämpften Platz hat.
Bei den Motorrädern waren heute die KTMs mal in der Verfolgerrolle. Besindere Spannung bekamm der heutige Tag, weil die Fahrer von der Lienie zeitgleich starteten. Die besten 10 zu erst, dannach immer 20 Motorräder nebeneinander. Gleich die ersten zehn zeigten, dass man auch gemeinsam in die Irre fahren kann. Nach 20 km hatten neun von zehn Fahrern die falsche Idee und ließen Helder Rodriguez ziehen. Was die anderen nicht ahnten: Der war auf dem richtigen Weg und fuhr davon - bis km 225. Dann stoppte den Portugiesen eine Treibstopppanne. Und so kam ein Mann aus dem hinteren Feld in den Genuss des Tagessieges: Jonah Street. Der Amerikaner verbesserte sich in der Gesamtwertung um einen Platz auf Position 14. Der Zweikampf an der Gesamtwertungsspitze wurde heute 6 bzw. 7 Minuten hinter dem Tagesbesten ausgetragen. Dabei gewann Cyril Despres 65 Minuten auf den Spitzenreiter Marc Coma. Der Spanier hat aber weiter komfortable 8:14 min Polster für die letzten 4 Etappen.
Daniel Schröder hat wieder ein paar Plätze gewonnen und liegt nun auf Platz 62. Ein kleiner Trost, denn vor seinem Einbruch auf der 6. Etappe (114.) war der KTM-Fahrer schon mal 47.
Jan Vesely kam in den Dünen nicht so gut zurecht und verlor ein paar Plätze. Am heutigen Tag kam er noch hinter Chistina Meier ins Ziel und fiel auf Platz 69. Christina Meier ist nun 77.
Wie schon heute war bei den Quads Alejandro Patronelli der große Gewinner. Er gewann die Etappe und baute seine Führung gegenüber Sebastian Halpern auf 1:16 Stunden aus. Wenn Patronelli heil im Ziel in Buenos Aires ankommt, dürfte ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen sein.
Bei den Trucks geht der Zweikampf bei Kamaz weiter. Diesmal kam wieder Firdaus Kabirow mit dem Parcours besser zurecht. Er nahm seinem Kapitän Wladimir Schagin gleich 7:38 min ab und ging so wieder an die Spitze der Gesamtwertung. Schagin muss nun also zurückschlagen. Sein Rückstand: 4:11 min. Es bleibt also spannend. Völlig von der Rolle war heute Ales Loprais, der heute gleich mehr als 2 Stunden verlor und so seinen TATRA aus dem Titelkampf nahm.
Auch Franz Echter könnte nun noch den Tschechen, der nur noch Vierter ist, abfangen. Ihm fehlen noch 41 Minuten. Dritter ist übrigens KAMAZ-Fahrer: Eduard Nikolajew, der im Vorjahr noch Co-Pilot bei Wladimir Schagin war.
Weiter auf Platz 10 liegt Mathias Behringer.
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