Plötzlich war die Führung doch wieder weg. Stephane Peterhansel musste die Führung gestern Abend doch wieder an Carlos Sainz abgeben. Der Spanier hatte sich verfahren, doch der Grund lag wohl nicht am Team, sondern an einem GPS-Fehler. So ging der mehrfache Rally-Weltmeister als Führender auf die dritte Etappe.
Sie führte von Pisco nach Nazca. Nach 4 km Verbindungsstück ging es auf die 243 km lange Wertungsstrecke. Danach folgten noch einmal 95 km Verbindung. Während der Prüfung erwartete die Fahrer ein anspruchsvolles Profil mit einer extrem steilen Abfahrt. Überwog im ersten Streckenabschnitt Sand, war es später sandige Erde.
Das Glück am Abend war für Carlos Sainz schnell Geschichte. Elektronische Probleme am seinem Buggy warfen den Spanier zurück. Aber das Team hat ja noch ein zweites heißes Eisen im Feuer: Nasser Al-Attiyah. Der Qatari gewann heute die Etappe vor einem Hummer. Ja, auch die Amis sind in diesem Jahr dabei. Nach zwei sehr gebrauchten Tagen schaffte es Robby Gordon auf Platz zwei. In der Gesamtwertung hat der Amerikaner über 46 Minuten Vorsprung auf den neuen Spitzenreiter, Stephane Peterhansel. Der Franzose Fuhr die drittbeste Zeit des Tages und übernahm so die Führung im Feld. Die Abstände dahinter sind schon recht groß. Nasser Al-Attiyah kann mit 6:33 min noch einigermaßen mithalten. Der Dritte, Lucio Alvarez, hat schon über 18 Minuten Rückstand. Dabei bot der Argentinier heute ein fantastisches Rennen und verlor nur gut 5 Minuten auf "Peter". Ein Mitstreiter des Franzosen dürfte wohl morgen nicht mehr starten. Der Pole Krzysztof Holowczyc überschlug sich mit seinem Mini und zog sich Verletzungen an Rücken und Rippen zu.
Und die Deutschen? Am Start waren noch alle dabei. Einen guten Tag hatte Matthias Kahle, der sich auf Platz 22 verbesserte. Dagegen verlor Stephan Schott weiteren Boden. Der Frankfurter hat schon über 3 Stunden Rückstand und liegt nur auf Platz 50. Vom anvisierten 15. Platz ist er weit entfernt. Stefanie Manns schiebt sich langsam nach vorn. Aktuell liegt sie mit über 5 Stunden Rückstand auf Platz 75. Das Ziel erstes Drittel scheint möglich, wenn man das Starterfeld in Lima zum Maßstab nimmt (153 Starter).
Als erster gestartet, wurde Joan Barreda ordentlich nach hinten durchgereicht. Vorsicht hieß die Strategie des Spaniers und das war zu wenig. Der Husqbarna-Pilot fiel auf Platz 18 zurück. So war Platz für die Favoriten. Francisco Lopez kam schon zum zweiten Etappensieg, musste aber in der Gesamtwertung dem Titelverteidiger Cyril Despres den Vortritt lassen. Fast drei Minuten hat der Franzose Vorsprung. Hinter die beiden schob sich der Norweger Pal Anders Ullevalsetter mit 5 Minuten Rückstand auf Platz 3. Jeweils gut sechs Minuten Rückstand haben die beiden Franzosen Oliver Pain und David Casteu sowie Jeremias Israel Esquerre. Bei den Bikes bleibt es also spannend. Einen tollen Ritt legte heute auch der Portugiese Paulo Goncalves hin, der sich mit der zweitbesten Tageszeit auf Platz 16 in der Gesamtwertung schob. Ingo Zahl Ist weiter dabei - und dabei sein ist ja alles. Aktuell liegt der Münchner auf Platz 110.
Bei den Quads zeichnet sich ein Zweikampf zwischen Marco Patronelli und Sebastian Husseini ab. Ignacio Casale verlor heute weitere 21 Minuten auf Patronelli. Noch schlimmer traf es einen, der die Dakar eigentlich verloren hat. Tomas Maffei verlor heute alle Chancen und liegt mit 1:35 Std. Rückstand nur noch auf Platz 16. Das hat sich der Argentinier sicher anders vorgestellt. So bleibt Sebastian Husseini. Der 27-jährige verlor heute zwar auf ein wenig, aber mit gut vier Minuten Rückstan ist er noch in Schlagdistanz.
Bei den Trucks gab es erst einen Sieger, denn auch heute war Gerard de Rooy der Schnellste. Erstmals in den Top 3 der Tageswertung tauchte ein KAMAZ auf. Eduard Nikolaev fuhr auf Platz zwei. In der Gesamtwertung schiebt sich der Russe mit knapp 22 Minuten Rückstand auf Platz vier. Davor zeigt Ales Loprais mit seinem Tarta weiter Stärke und liegt mit 7 Minuten Rückstand auf Platz zwei. Auf Platz drei liegt der IVECO von Miki Biasion und zeigte die aktuelle Überlegenheit. In der Markenhierchie könnte man dahinter Tatra setzten. Die Tschechen fahren hinter dem besten MAN von Peter Versluis das zweite Auto mit Martin Kolomov auf Platz sechs. Ähm, Mercedes ist übrigens auch dabei - unter ferner liefen. Da findet man auch die deutschen Fahrer. Mathias Behringer hat sich immerhin auf Platz 20 verbessert, Klaus Bauerle steht auf Platz 34. Beide lenken einen MAN und besonders Mathias Behringer dürfte auf der diesjährrigen Dakar etwas mehr vorhaben
Auf der vierten Etappe geht es in die Pampa und damit in die Berge. Dünen sind aber auch dabei, am Anfang und Ende der 429 km langen Wertungsstrecke. Die Fahrer werden einen sehr abwechslungsreichen Tage erleben in steile Abfahrten und auch Abfahrten sowie eine 54 km lange Schotterpiste verlangen Mensch und Maschine alles ab. Beginnen wird die Etappe mit 188 km Verbindungsstrecke.
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