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Mittwoch, 11. Januar 2012

Rallye Dakar, Tag 10: Coma jagt Despres / Gordon vor dem Aus?

Vom Strand Iquique ging es nach Arica. Surfen stand dabei auf dem Programm, denn auf den 377 Wertungs-Kilometern warten gleich mehr als 100 km Dünen. Auf den restlichen Kilometern galt es wieder, Tempo zu machen. Zu den gezeiteten Kilometern kam noch ein 317 km langes Verbindungsstück.







Motorrad
Der Zweikampf an der Spitze hält an. Die beeindruckendste Leistung bot heute Joan Barreda, der sich schon zeitig im Rennen am rechten Fuß verletzte, dann aber unglaubliche Willenskraft zeigte und die Etappe mit immerhin 1:32 min vor Marc Coma gewann. Die beiden Spanier profitierten von einen kleinen Navigationsfehler des Führenden Cyril Despres. Der Franzose hatte heute das Pech, als erster Starten zu müssen und verlor gegen Coma gut zwei Minuten.
"Bis zu km 225 lief für mich alles gut, ich konnte ein hohes Tempo halten. Aber da ist mir ein kleiner Navigationsfehler unterlaufen und in diesem Moment hat Marc mich überholt. Er ist mit Joan Barreda zusammen gefahren, dem ich hier übrigens gratulieren möchte, denn er ist eine super Etappe gefahren. Auf diesem Niveau zählen die Sekunden!", analysierte Despres, der 21 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete. Dritter bleibt Helder Rodrigues, der gegen den neuen Vierten, Jordi Viladoms, schon mehr als eine halbe Stunde herausgefahren hat. Dagegen ist der bisherige Vierte, Paulo Gonçalves, weit zurückgefallen. Der Portugiese verlor heute auf seinen Landsmann fast 14 Minuten und steht nun nur noch auf Platz 7. Daniel Schröder ist weiter auf dem Vormarsch. Der junge KTM-Pilot verbesserte sich inzwischen schon auf den 25. Platz!



Autos
Die Gefühle während der Rallye spielen Achterbahn. Am heftigsten erwischte es zuletzt die Hoffnung der Hummer, Robby Gordon. Der US-Amerikaner gewann gestern überlegen, heute erlebte er wieder bittere Minuten. Ein Fahrfehler wurde dem 42-jährigen zum Verhängnis. Im harten Zweikampf mit Spitzenreiter Stéphane Peterhansel beschädigte er sich seinen Hummer dabei und verlor 14 Minuten. Dazu kommt, dass die technischen Kommissare gestern Regelabweichungen am Hummer von Gordon fanden und der Amerikaner heute nur mitfahren durfte, weil die Entscheidung durch einen Einspruch noch nicht rechtskräftig ist. Stéphane Peterhansel verpasste den Sieg auch, denn Mini-Kollege Nani Roma fährt ein perfektes Rennen und schlägt den Topfavoriten um 21 Sekunden. Giniel De Villiers bleibt mit einem deutschen Co-Piloten Dirk Von Zitzewitz im Vorderfeld. Heute gab es für das Team auf einem Toyota einen dritten Platz, nur 7:44 min hinter dem Sieger. In der Gesamtwertung liegt das Duo mit über einer Stunde Rückstand auf Peterhansel auf Platz vier. Noch nicht im Ziel ist der Pole Krzysztof Holowczyc, der die Servolenkung seines Mini beschädigte und wohl aus dem Kreis der Podiums-Kandidaten gefallen ist, wenn er nicht sogar aufgegeben hat. Eine offizielle Meldung liegt nicht vor. Lassen wir uns überraschen. An der Spitze liegt Peterhansel nun mit 19 Minuten vor Nani Roma und 20 Minuten vor Robby Gordon, dem aber der Ausschluss droht. Dann wäre Giniel De Villiers plötzlich wieder auf dem Podium! Stephan Schott ist auch weiter gut im Rennen. Der BMW-Pilot kam heute mit seinem Beifahrer Holm Schmidt auf einen guten dreizehnten Platz und verbessert sich auf einen guten 30. Platz in der Gesamtwertung. Noch nciht im Ziel ist Stephanie Manns. Gestern lag die Deutsche bei ihrer ersten Dakar auf einem respektablen 64. Platz.

Trucks
Heute zeigte sich KAMAZ mal an der Spitze. Der Kasache Artur Ardavichus fuhr seinem ersten zum ersten Dakar-Etappensieg seiner Karriere. Schon fast nicht mehr für mögliche Glücksgefühle bescherte KAMAZ der Doppelsieg, den Andrey Karghinov sicherte. Zweieihalb Minuten nach dem Sieger kam Gerard de Rooy in Ziel. Er leistete sich gleich zu beginn der Etappe einen Navigationsfehler, den sein Teamkamerad Hans Stacey gleich nachmachte und am Ende gleich 14 Minuten verlor. So bleibt zwar Stacey in der Gesamtwertung weiter Zweiter, hat nun aber schon 59:27 min Rückstand auf Spitzenreiter de Rooy. Der beste Tatra-Fahrer, Aleš Loprais, musste gestern nach einem Unfall auf dem Verbindungsstück aufgeben. Der beste Deutsche, Franz Echter ist auf der gestrigen Etappe ausgeschieden. Wenn ich die niederländische Internetseite seines Teams richtig interpretiere, schied der Deutsche mit einer defekten Lenkung aus.

Quads
Nach der Demütigung am letzten Tag, an dem Tomás Maffei fast eine dreiviertel Stunde auf die Patronelli-Brüder verlor, fuhr der Argetinier heute alles in Grund und Boden und ließ Marcos 13 Minuten und Alejandro, der mit 1:19 Std. vor Marcos führt, 13,5 Minuten hinter sich. "Es war eine sehr abwechslungsreiche, schnelle Etappe. Ich hatte ein wenig Bammel davor. Nach der langen Etappe von Antofagasta war diese hier im Vergleich kürzer. Das war besser. Die Navigation war schwierig. Ich habe einen Punkt verpasst und habe ihn gesucht. Aber die Etappe war wirklich schön, mit einem wunderschönen Abschnitt in den Bergen", meinte der Sieger.



Morgen geht es dann also zum 27. Gastgeberland in der Geschichte der Dakar, nach Peru.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Rallye Dakar, Tag 3: Krzysztof Holowczyc übernimmt Führung bei Autos / Coma verfährt sich

Nicht mehr zur dritten Etappe antreten konnte die deutsche Hoffnung bei den Autos. Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemannmussten mussten gestern das Rennen wegen eines irreparablen Motorschadens an ihrem SMG-Diesel-Buggy aufgeben.

Die dritte Etappe forderte den Piloten wieder alles ab. Für Autos und Trucks ging es heute über insgesamt 499 km von San Rafael nach San Juan, für die Motoräder und Quads standen 62 km mehr auf dem Programm. Davon waren 208 bzw. 270 km Wertungsstrecke. Bei ihrem Ritt durch die Kordilleren wird der Rios durchquert und sind zahlreiche Löcher und Steine zu umfahren. Der Schotterbelag wird den Fahrzeugen einiges abverlangen, die Fahrer werden kaum Zeit für einen Blick auf die traumhafte Kandschaft haben. Auch ein steiler Anstieg wird für die Fahrzeuge nicht ohne sein.



Autos
Die 3. Etappe nahmen noch 160 Fahrzeuge in Angriff. Darunter übrigens auch der ehemalige polnische Weltklasse-Skispringer Adam Malysz, der gestern auf Platz 54 lag und heute mit seinem Mitsubishi sogar weitere drei Plätze gut machte. Vorn begann die Jagd auf Stéphane Peterhansel. Der Franzose wurde durch zwei Reifenschäden an seinem Mini gestoppt und verlor so nach zweimal Bestzeit bei den Zwischenzeiten auf den letzten 50 km noch viel Zeit. Am Ende kam Stéphane Peterhansel mit 6:23 min Rückstand auf Sieger Nani Roma (E/Mini) als Achter ins Ziel und verlor auch die Führung in der Gesamtwertung. Die holte sich der Pole Krzysztof Holowczyc, der heute mit 1:09 min Rückstand auf Roma als Zweiter ins Ziel kam. Nasser Al Attiyah setzte seine Aufholjagd fort. Der Vorjahressieger kam 20 Sekunden hinter Holowczyc als Dritter ins Ziel und hat nun in der Gesamtwertung 6:34 min Rückstand auf Holowczyc. In der Gesamtwertung bleibt Robby Gordon mit seiner Hummer weiter erste Jäger. Der US-Amerikaner kam heute auf Platz fünf und hat jetzt 54 Sekunden Rückstand auf Holowczyc. Weiter gut unterwegs ist auch der Toyota von Giniel De Villiers und Dirk Von Zitzewitz. Das südafrikanisch/deutsche Duo kam heute auf Platz drei und nimmt diesem Platz mit 1:40 Rückstand auch in der Gesamtwertung ein. Dahinter folgen Nani Roma, Stéphane Peterhansel und Nasser Al Attiyah. Stefanie Manns verbesserte sich heute auf Platz 84, Stephan Schott ist, nachdem er gestern mächtig einbrach, heute 66. geworden, wird aber mit über neun Stunden Rückstand in der Gesamtwertung nur noch als 108. geführt. Platz 20 aus dem Vorjahr ist unerreichbar geworden.

Motorrad
Bei den Motorräder galt es, Marc Coma nicht schon zum Beginn der Rallye enteilen zu lassen. Heute gab es einen spannenden Zweikampf zwischen den beiden Dominatoren des letzten Jahres: Titelverteidiger Marc Coma (E) und Cyril Despres (F). Die Führung wechselte zwischen den beiden KTM-Piloten, bis Marc Coma ein Navigationsfehler unterlief. Erst nach vier Kilometern bemerkte der Spanier seinen Fehler. Den Rückstand konnte er nun nicht mehr wettmachen. Cyril Despres, der die Dakar 2005, 2007 und 2010 gewann, sicherte den Etappensieg und auch die Führung in der Gesamtwertung. Marc Coma verlor heute 13:04 min und ist trotzdem in der Gesamtwertung mit über zehn Minuten Rückstand immer noch Zweiter. Daniel Schröder verlor zwar heute auf den Sieger fast 1,5 Stunden, bleibt aber in der Gesamtwertung weiter im Plan. Derzeit wird er auf Platz 37 geführt. Der deutsche KTM-Pilot möchte gern unter den besten 30 ins Ziel in Lima kommen.
Ausgeschieden ist der Vierter nach der zweiten Etappe. Jakub Przygonski´s KTM blieb mit einem Motorschaden liegen. Auch Quinn Cody, im Vorjahr immerhin Neunter, ist nicht mehr dabei. Nach einem heftigen Sturz musste der US-Amerikaner mit Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus geflogen werden.

Trucks
Bei den großen Fahrzeugen geht der Kampf zwischen KAMAZ und IVECO weiter. Mittendrin der Tatra von Ales Loprais. Die Etappe gewann heute der Italiener Miki Biasion, der nach drei Jahren Pause mal wieder bei einer Dakar dabei ist. Diesmal auf einem Iveco. Als Führender ging heute Gerard De Rooy mit einem Vorsprung von 5:30 min ins Rennen. Das reichte nicht, denn der Niederländer verlor heute fast neun Minuten auf den Tagessieger und fast acht Minuten auf den Zeiten, KAMAZ-Pilot Artur Ardavichus. Der Kasache übernahm damit die Führung, 28 Sekunden vor Gerard De Rooy und 1:51 min vor dem heutigen Sieger Miki Biasion. Der KAMAZ wird gleich von drei Iveco gejagd. Auf Platz vier steht der Niederländer Hans Stacey, gefolgt vom Tschechen Ales Loprais und seinem Tatra.
Franz Echter muss hart kämpfen, wenn er in dieser Saison wie im Vorjahr auf Platz fünf holen möchte. Nach dem heutigen neunten Platz verbessert sich der 53-jährige in der Gesamtwertung auf Platz zehn.

Quad
Die Zeit des Siegers der ersten beiden Etappen, Sergio La Fuente, ist vorbei, denn der Yamaha-Fahrer verlor heute über eine Stunde und ist nur noch Sechster. An der Spitze liegen nun die Favoriten aus Argentinien. Titelverteidiger Alejandro Patronelli führt mit 55 Sekunden Vorsprung auf Marcos Patronelli. Dritter ist mit 2:41 min Rückstand Tomás Maffei. Der Tagessieg ging an Pablo Copetti, ebenfalls aus Argentinien. Der Yamaha-Pilot, im Vorjahr Fünfter, fiel gestern weit zurück und liegt nach dem heutigen Tag mit über sieben Stunden Rückstand nur auf Platz 24.